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Forschungsstelle: Frühgeschichte

110. Kolloquium der Arbeitsgemeinschaft Frühgeschichtliche Archäologie des Mannheimer Altertumsvereins und des Fördererkreises Archäologie in Baden

Termin: 8.3.2018, ab 14 Uhr

Ort: Museum Weltkulturen D5, Anna-Reiß-Saal

14:00 Uhr Isabelle Jasch, Tübingen

Anthropologische Analyse der Siedlungsbestattungen von Lauchheim "Mittelhofen"

Von 1986 bis 2005 wurde in Lauchheim eines der bislang größten merowingerzeitlichen Gräberfelder Süddeutschlands wie auch eine zugehörige 12 ha umfassende Siedlung nahezu vollständig ausgegraben. Innerhalb des Siedlungsareals stieß man auf 78 in sechs Grabgruppen verteilte Gräber. Diese wurden innerhalb der letzten zwei Jahre umfassend anthropologisch analysiert. Daten zu Sterbealter, Geschlecht, Erkrankungen, Traumata, Grabstörung und Hinweise auf Verwandtschaft wurden erhoben und ausgewertet.

14:50 Uhr Dr. Dorothee Ade & Dr. Beate Schmid, Rottenburg/Tübingen

Die Kirche auf dem Gräberfeld - Ungewöhnliche Befunde unter der Sülchenkirche in Rottenburg a. N.

Anlässlich der Erweiterung der Bischofsgruft unter der St. Martin geweihten Sülchenkirche in Rottenburg a. N. wurden von 2012 bis 2015 umfangreiche Grabungen durchgeführt. Dabei wurde eine Steinkirche aus dem 7. Jh. und darunter ein Mitte des 6. Jh. angelegter Bestattungsplatz mit ca. 80 frühmittelalterlichen Gräbern aufgedeckt. Die „fremde“ Ausstattung einiger Toten, die frühe Steinkirche und deren Errichtung über einem Gräberfeld sind in dieser Region der Alamannia außergewöhnlich.

15:40-16:10 Uhr Pause

16:10 Uhr Dr. Maren Siegmann, Efringen-Kirchen

Der "Bergrain", Pfarrer Schmidt und die curtis von Chiricheim. Der karolingische Königshof von Kirchen

Der karolingische Königshof von Kirchen gilt als einer der wenigen Königshöfe, die sowohl archivalisch bekannt als auch archäologisch untersucht sind. Dem Engagement von J. Schmidt ist die Verortung der curtis von Chiricheim in Kirchen zu verdanken. Das war 1907, und in der Folge war er auf der Suche nach den Mauern "seiner" Pfalz - und wurde fündig. Die Lokalisierung ist aber - schaut man genauer hin - keineswegs so sicher, wie es scheint. Wir wollen versuchen, Fakten von Fiktionen zu trennen.

17:00 Uhr  Dr. Hubert Fehr, Thierhaupten

Das spätkaiserzeitliche Kammergrab von Pförring, Lkr. Eichstätt – ein Vorbericht

Im Frühsommer 2016 wurde bei Pförring im Lkr. Eichstätt ein verhältnismäßig reich ausgestattetes Kammergrab der späten Kaiserzeit ausgegraben. Das Grab war ungestört, die guten Bodenbedingungen erlaubten zudem detaillierte Beobachtungen zum Grabbau. Der Vortrag bietet einen Überblick über das Grabinventar, dessen Restaurierung mittlerweile kurz vor dem Abschluss steht, sowie erste Überlegungen zur historischen Interpretation des Fundkomplexes.

19:00 Uhr Abendvortrag Dr. Ulrich Himmelmann, Speyer

„Kaiser Valentinian I. und die Pfalz in der Spätantike“

Die Regierung Valentinians I. (364-375 n. Chr.) stellt für den Nordwesten des Imperium Romanum eine besondere Ära dar: Der Kaiser residiert in Trier und der politische und kulturelle Schwerpunkt verlagert sich für ca. 25 Jahre an Rhein und Mosel. Valentinian verbringt viel Zeit in der Pfalz, wo er den Bau neuer Festungen überwacht und Gesetze erlässt. Im Vortrag wird zunächst die Person des Kaisers vorgestellt, bevor anhand aktueller Grabungen ein Bild der Pfalz in seiner Zeit entworfen wird.