Zunächst war es der Bereich rund um das Schloss, in dem die Palais des Hofadels des 18. und der Wirtschaftselite des frühen 19. Jahrhunderts lagen. An der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert entwickelte sich die Oststadt zum Lebenszentrum des Mannheimer Geldadels. Ihre historistischen Villen spiegeln mittelalterliche Schlösser ebenso wie Fassaden aus der Renaissance oder barocke Palais. Mit wuchtigem Mobiliar und aufwendigen Dekorationen waren die Salons ausgestattet.
An der „Neuen Sachlichkeit“ orientiert sich die Architektur des „modernen“ Bauens am Beginn des 20. Jahrhunderts. Auch sie demonstriert die Wohlhabenheit ihrer Besitzer.
Mit dem Blick auf die Arbeiterschaft aber stellt der Badische Fabrikinspektor Wörishofer 1891 fest, ist „… das Wohnen die dürftigste Seite ihrer Existenz.“ 644 Personen drängen sich in 117 Wohnungen einer Mannheimer Elendsbehausung, 2,97 Personen pro Raum mit 7 bis 13 Quadratmetern. Die Zunahme der Bevölkerung kurz vor dem Ersten Weltkrieg verschärft das Problem. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelingt es erst mit dem sozialen Wohnungsbau in den 50er und 60er Jahren die Wohnungsnot allmählich zu beheben.