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Die Sammlungen des Museums Zeughaus

Porzellan

Mit rund eintausend Porzellanen zählt der Bestand der Reiss-Engelhorn-Museen mit zu den weltweit größten Sammlungen Frankenthaler Porzellans. Neben kostbaren Geschirren spiegeln vor allem die bewegten Figuren die Lebenswelt des 18. Jahrhunderts. Die Bemalung der Service, die nicht nur  für große Gesellschaften, sondern auch als Solitaire für nur eine Person entstanden, besticht durch Erfindungsreichtum des Dekors. Sie greift aber auch Szenen von bedeutenden Kunstwerken der Zeit auf. Die Figuren vergegenwärtigen nicht allein aristokratische Lebensformen, sondern schildern durchaus auch die einfachen Menschen mit ihren alltäglichen Arbeiten. In deutlicher Analogie zu Theater und Oper führt die Figuration in die Welt der antiken Mythologie aber auch in exotische ferne Welten.

Um 1300 brachte Marco Polo (1254 – 1324) Porzellan aus China nach Europa. Lange konnte das Geheimnis der Herstellung nicht entschlüsselt werden. 1706 gelang Johann Friedrich Böttger (1682 – 1719) und Ehrenfried Walther von Tschirnhausen (1651 – 1708) die Herstellung. In Meißen entstand die erste Manufaktur. Ihr folgte 1746 eine Gründung in Hoechst und 1747 in Nymphenburg.

In Frankenthal begann der aus Straßburg stammende Fayencenfabrikant Paul Anton Hannong 1755 mit der erfolgreichen Produktion von Porzellan. 1762 wurde die Manufaktur von Kurfürst Carl Theodor (1724 - 1799) übernommen. Schon im 18. Jahrhundert begründete sich das Renommee der Frankenthaler aus dem Erfindungsreichtum seiner Figuration.