Naturkundliche Sammlungen

Die Ursprünge der Naturkundlichen Sammlungen der Reiss-Engelhorn-Museen gehen auf das 1757 durch Kurfürst Carl Theodor eingerichtete „Kabinett natürlicher Seltenheiten“ zurück. Die Frühzeit der Sammlung ist eng mit dem Namen Cosimo Alessandro Collini verknüpft, der 1767 die Stelle eines Direktors antrat und bedeutende Stücke der Sammlung erstmals wissenschaftlich veröffentlichte. Besonders hervorzuheben  ist die 1784 vorgelegte erste Beschreibung und Bearbeitung eines merkwürdigen Fossils aus den Solnhofener Plattenkalken. Bei diesem handelt es sich um den ersten bekannt gewordenen Fund eines Flugsauriers, dessen wahre Natur aber erst 1801 durch den berühmten Pariser Anatomen Georges Cuvier erkannt wurde.

Nachdem Carl Theodor 1778 die Erbfolge in München angetreten hatte, verblieb das Naturalienkabinett noch bis 1802 in Mannheim. Kurfürst Max Joseph holte es aber zu großen Teilen nach München. Unter den Objekten war auch das Flugsaurierfossil.

Die verbliebenen Sammlungsteile wurden 1834 in die Obhut des 1833 gegründeten „Verein für Naturkunde“ gegeben. Von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum Zweiten Weltkrieg wurden die Sammlungen durch verschiedene Ankäufe und Stiftungen kontinuierlich erweitert, darunter auch durch Teile der wissenschaftlichen Sammlung des Gabriel von Max.

Schon bald nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Sammlungsarbeit wieder aufgenommen. 1974 wurde ein Teil der Sammlungen auf Grund eines Gemeinderatsbeschlusses an die Landessammlungen für Naturkunde in Karlsruhe gegeben. Darunter befanden sich auch viele der ursprünglich aus dem Naturalienkabinett von Carl Theodor stammenden und in Mannheim verbliebenen Stücke. Seit der Nachkriegszeit kam es durch Ankäufe, Schenkungen und Dauerleihgaben aber auch zu bedeutenden Sammlungszuwächsen, so z.B. 2004 durch die Übernahme der mehr als 1000 Stücke beinhaltende geologisch-mineralogisch-paläontologische Sammlung des ehemaligen Lehrstuhls für Geologie (Prof. Dr. Peter Rothe) der Universität Mannheim.

Heute umfassen die durch einen wissenschaftlichen Sammlungsleiter und einen zoologischen Präparator betreuten Naturkundlichen Sammlungen insgesamt mehrere 1000 Objekte aus den Gebieten, Mineralogie, Geologie, Paläontologie und Zoologie.

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Mannheim