rem aktuell
21.02.2012

Ausstellungsaufbau "Sammeln!" läuft auf Hochtouren

Kostbare Lavabo-Kanne enthüllt

Restaurator Bernd Hoffmann-Schimpf (rem) und Kollegin Barbara Goldmann aus Wien enthüllen die Lavabo-Kanne Rudolfs II.
©rem, Foto: Carolin Breckle

Der Aufbau zur Ausstellung Sammeln! Die Kunstkammer des Kaisers in Wien läuft auf Hochtouren. Ab dem 26. Februar 2012 werden in der neu eingerichteten Dependance des Kunsthistorischen Museums Wien (KHM) in den Reiss-Engelhorn-Museen (rem) Meisterwerke der Habsburger Sammlung aus Wien zu sehen sein. Am Mittwoch, den 15. Februar fand ein weiteres spektakuläres Objekt seinen Platz in der Ausstellung: eine granatbesetzte, vergoldete Kanne aus der Kunstkammer Kaiser Rudolfs II..

Prunkvolles Schaustück

Dr. Christoph Lind, stellvertretender Direktor der Kunst- und Kulturgeschichte an den rem, enthüllte gemeinsam mit der Diplom-Restauratorin Barbara Goldmann vom Kunsthistorischen Museum Wien ein Glanzstück der kommenden Ausstellung. Die 5 Kilo schwere und mit Perlmutt verzierte Lavabo-Kanne wurde 1592 vom Nürnberger Goldschmied Nikolaus Schmidt zum Preis von rund 1900 Gulden gefertigt. Bestimmt war die Auftragsarbeit für die Prager Kunstkammer des Habsburger Kaisers Rudolf II., der damals hochwertige Kunstobjekte ebenso wie wissenschaftliche Instrumente in seine Sammlungen integrierte. Der Umfang und die Qualität der von ihm zusammengetragenen Objekte setzten Maßstäbe im Europa des 16. Jahrhunderts. Wie jedes der einzigartigen Objekte für die Schau, war auch die Lavabo-Kanne individuell verpackt, in einer stoßgedämpften und klimaneutralen Transportkiste aus Wien nach Mannheim gereist.

Exquisites Kunsthandwerk

„Unsere Ausstellung über die Sammlungen der Habsburger Kaiser in Wien bietet einen Überblick über Jahrhunderte Kunstgeschichte. Wir zeigen erlesene Objekte von künstlerischer und handwerklicher Spitzenqualität, die es in dieser Form und Menge nur in der Wiener Kunstkammer gibt,“ sagte Dr. Christoph Lind, der den Ausstellungsaufbau koordiniert.

Vom 26. Februar bis zum 2. September 2012 präsentiert die Schau ausgewählte Kostbarkeiten aus der kaiserlichen Kunstkammer in Wien. Rund 140 einzigartige Meisterwerke führen die Vielfalt fürstlichen Sammelns vor Augen. Gefäße aus Gold, Bergkristall und Halbedelsteinen, filigrane Uhren und astronomische Messgeräte, Statuetten aus Bronze und Elfenbein, Objekte aus Kokosnüssen, Straußeneiern und Muscheln sowie Tapisserien dokumentieren die Leidenschaft, mit der die Habsburger über die Jahrhunderte zahlreiche Kostbarkeiten zusammengetragen haben. Der Facettenreichtum ihrer Kunstkammer spiegelt das Bestreben der Fürsten wider, in der Sammlung das „Universum“ im Kleinen festzuhalten. Zugleich repräsentierte die Wunderkammer aber auch die Summe des damaligen Wissens über die Welt. 

Die Wiener Kunstkammer in Mannheim

Seit zehn Jahren ist die Kunstkammer in Wien wegen Renovierung geschlossen. Nur einzelne Stücke wurden in dieser Zeit ausgestellt. In der in Mannheim präsentierten Fülle waren die Schätze der Habsburger außerhalb Wiens noch nie zu bewundern. Da die Kunstkammer im Dezember 2012 wiedereröffnet wird, werden die Stücke auch so schnell nicht wieder auf Reisen gehen. Die Reiss-Engelhorn-Museen bieten daher mit der Ausstellung "Sammeln!" eine einmalige Gelegenheit, die seltenen Stücke außerhalb Wiens zu bestaunen.

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