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24.03.2011

Hightech-Methoden eröffnen neue Perspektiven auf keltische Schädelfunde

(von links) Christian Fink, Universitätsmedizin Mannheim; Dieter Welsch, SCYTEQ; Alfried Wieczorek, Curt-Engelhorn-Stiftung/Reiss-Engelhorn-Museen; Ursula Wittwer-Backofen, Universität Freiburg; Axel von Berg, Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz / Direktion Landesarchäologie Außenstelle Koblenz; Wilfried Rosendahl, Reiss-Engelhorn-Museen / German Mummy Project; Markus Monreal, SCYTEQ und Sven Wienke, SCYTEQ.

Mannheim - Zwei der am besten erhaltenen keltischen Schädelfunde überhaupt haben Wissenschaftler im Vorfeld der Ausstellung Schädelkult mit modernen Hightech-Methoden untersucht. Ihre Erkenntnisse zu einer Schädelmaske und einem Trophäenschädel aus der Eisenzeit präsentierten sie jetzt in den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen. Die Funde stellen einzigartige Speicherträger dar, die für das Forschungsteam über 2000 Jahre alte Informationen über die rituellen Praktiken einer der spannendsten Kulturen Mitteleuropas bereit halten: die Kelten.

Hightech-Methoden unterstützen objektschonende Maßnahmen

Dank moderner Hightech-Methoden entlockten Wissenschaftler des German Mummy Projects und der Universität Freiburg den nicht nur für Deutschland bedeutenden keltenzeitlichen Zeugnissen ihre Geheimnisse. Die Computertomographie, die neuartige 3D-Drucktechnik in Echtfarbe sowie die Verfahren der anthropologischen Gesichtsrekonstruktion eröffnen neue Perspektiven auf archäologische Funde, die das Phänomen keltischer Schädelkult-Praktiken in Mitteleuropa eindrucksvoll belegen. In Kooperation mit der Universitätsmedizin Mannheim, dem Cochemer Unternehmen SCYTEQ und der Universität Freiburg konnte durch die Anwendung dieser Hightech-Methoden außerdem ein wichtiger Beitrag zu restauratorischen und objektschützenden Maßnahmen geleistet werden.

Für den Ausstellungsmacher und Leiter des German Mummy Projects Dr. Wilfried Rosendahl haben sich durch die Untersuchungen wichtige Erkenntnisse ergeben, die in die Ausstellungskonzeption einfließen werden:

„Dank der Replik des Trophäenschädels wissen wir jetzt mehr über das Innere des Schädels, denn das Original ist mit Sediment verbacken und verhindert den Blick in das Schädelinnere. Mittels der hervorragenden Unterkiefer-Rekonstruktion und der daraus folgenden Gesichtsrekonstruktion der Schädelmaske, sind wir in der glücklichen Lage, den Ausstellungsbesuchern die faszinierende Begegnung mit unseren Vorfahren zu ermöglichen. Wann hat man schließlich schon mal die Möglichkeit, in ein keltisches Antlitz blicken zu können?“

Erneut konnten die Reiss-Engelhorn-Museen die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz als wichtigen Kooperationspartner für ein großes Ausstellungsprojekt gewinnen. Durch die wissenschaftliche Zusammenarbeit im Vorfeld der Ausstellung gewinnt die Landesarchäologie Rheinland-Pfalz wichtige zusätzliche Erkenntnisse über ihre Fundobjekte, die die Reiss-Engelhorn-Museen dann für über ein halbes Jahr im Rahmen der Schädelkult-Ausstellung einer breiten Öffentlichkeit präsentieren können.  

Ausstellung "Schädelkult" startet am 2. Oktober

Die Ausstellung „Schädelkult – Kopf und Schädel in der Kulturgeschichte des Menschen“ ist ab dem 2. Oktober 2011 im Museum Weltkulturen der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim zu sehen. Begleitend erscheint im Verlag Schnell und Steiner ein umfassender Katalog mit gut verständlichen Beiträgen, darunter auch die neuesten Forschungserkenntnisse.

www.schaedelkult.de 


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