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Donnerstag, 22. März 2018 | 19:00 Uhr

Der Rother Altar - Opfer und Zeuge der Reformation

Vortrag von Andreas Krock, Reiss-Engelhorn-Museen

Ort: Museum Zeughaus C5, Florian-Waldeck-Saal

Eintritt: 3 Euro

Der Rother Altar ist nach seinem ursprünglichen Standort in der Kapelle in Roth bei Meßkirch benannt und ein herausragendes Exempel deutscher Spätgotik. Seine Geschichte war ebenso ereignis-reich wie mehreren Wandlungen unterworfen. Als Bildhauer gilt Niklaus Weckmann (tätig um 1481-1528), ein namhafter Vertreter der bedeutenden Ulmer Schule. Das Marienretabel mit Maria im Zentrum, der mit Sebastian, Katharina, Barbara und Johannes dem Täufer in einer „Sacra Conversazione“ mehrere Heilige zur Seite gestellt sind, entsprach einem damals vertrauten Bildprogramm. Ergänzend dazu ent-standen 1513 von Hans Strüb die Malereien auf der Rückseite: das Jüngste Gericht sowie das Schweißtuch der Veronika. Dies alles kam dem Bedürfnis einer breiten Bevölkerung nach unmittelbarer Heilsanschauung entgegen. Die Kleinarchitektur des Schreins mit Konsolen und Baldachinen war dabei als symbolische Anspielung auf ein Kirchengebäude zu verstehen.

In der Reformationszeit wurden diese „Kathedralen aus Holz“ dagegen vielmehr als Holzgehege mit darin nistenden Figuren angefeindet und nicht selten ein Opfer der Zerstörung. Der Rother Altar büßte dabei seine bemalten Seitenflügel ein, ebenso das Gesprenge und die Figuren an der Vorderseite der Predella, die wohl eine Beweinung Christi zeigten. Sein wechselvolles Schicksal als Ergebnis eines zähen Ringens zwischen den alten Mächten der Kirche und dem Reformationsgedanken steht im Mittelpunkt des Vortrags.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung REFORMATION!

Bildnachweis: Rother Altar, Detailansicht. © rem, Foto: Jean Christen