Direkt zum Inhalt

Die Familie Bassermann

Die Familie Bassermann ist geprägt durch eine badisch-pfälzische Kaufmannstradition. Sie erlebte im 18. Jahrhundert einen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufstieg:

Johann Christoph Bassermann (1709 – 1762) heiratete 1736 die begüterte Witwe Sarah Katharina Lang (1699 – 1754). Aus dieser Verbindung entwickelten sich zwei Linien: auf den ersten Sohn Friedrich Daniel (1738 – 1810)  geht die Linie Bassermann am Markt zurück. Der Zusatz geht auf den imposanten Wohnsitz am Mannheimer Markt in R1 zurück. Der zweite Sohn Johann Wilhelm (1744 – 1811) begründete Familie Eisen-Bassermann.

Friedrich Ludwig Bassermann (1782 – 1865) heiratete Wilhelmine Reinhardt (1787 – 1869), Tochter des Mannheimer Oberbürgermeisters Johann Wilhelm Reinhardt. Er trat in das Geschäft des Schwiegervaters und handelte mit Wein, Tabak, Getreide und Stoffen.

Aus der Reihe der Söhne und Töchter dieser Verbindung ragt wohl Friedrich Daniel Bassermann (1811 – 1855) als das prominenteste Mitglied der Familie heraus. Er stellte seine liberale Gesinnung während der Revolutionszeit 1848/49 als Vorsitzender des Verfassungsausschusses und Unterstaatssekretär im Innenministerium der Provisorischen Zentralgewalt in der Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche unter Beweis. Auch als Verleger machte er sich einen Namen. Seinen „Drogen- und Chemikalienhandel“ hatte Friedrich Daniel an seinen jüngeren Bruder Julius Heinrich Bassermann (1818 – 1891) sowie seinen bisherigen Reisevertreter August Friedrich Herrschel verkauft. So firmierte das Geschäft weiterhin unter dem Namen Bassermann & Herrschel.

Weitere Mitglieder der Familie prägten die Geschichte der Stadt: 

Dr. August Bassermann (1847 – 1931) war Schauspieler, dann Intendant am Mannheimer Nationaltheater. Sechzehn Jahre gehörte er dem Theater an.

Albert Bassermann (1867 – 1952) fühlte sich ebenfalls dem Theater verpflichtet. Seine Karriere als Schauspieler begann 1887 in Mannheim. Der weitere Weg führte ihn unter anderem nach Berlin ans Deutsche Theater, wo er bei Max Reinhardt beschäftigt war.

Otto Bassermann (1839 – 1916) war als Verleger in München, Heinrich Bassermann (1849 – 1909) als Theologe tätig.

Ellen Bassermann (1925 – 2017), Pianistin und Ur-Ur-Enkelin von Wilhelmine Bassermann (geb. Reinhardt) rief 2008 zur Förderung der Reiss-Engelhorn-Museen die Bassermann-Kulturstiftung Mannheim ins Leben. Ihr mäzenatisches Engagement galt vor allem der Förderung der Musik und Musikgeschichte.