17. Dezember

Der göttliche Klang

... lockt uns ins Alte Ägypten. Hier gab es sogenannte Sistren. Das sind im Kult verwendete Rhythmusinstrumente, die vor allem im Tempel zum Einsatz kamen und von Priesterinnen gespielt wurden. Darstellungen in dekorierten Kultkapellen zeigen häufig die Frauen oder Mütter des Grabbesitzern mit diesem Instrument in der Hand. Da im Alten Ägypten nur eine kleine Minderheit Lesen und Schreiben konnte, wurde das Sistrum als Kennzeichen genutzt, um anzuzeigen, dass die abgebildete Person eine Priesterin ist.  Das Instrument aus unserer Sammlung stammt aus der Zeit 6. bis 4. Jahrhundert vor Christus. Es hat eine klassische Form mit drei Querleisten, die an den Bügel montiert sind. Daran hingen ursprünglich noch Metallplättchen oder-scheiben, die beim Schütteln ein rasselartiges Geräusch erzeugten.

Musikinstrumente wie dieses standen besonders mit Hathor in Verbindung, einer der wichtigsten Göttinnen in Altägypten. Neben ihren Funktionen als Himmels- und Muttergottheit spielte sie im Totenkult eine zentrale Rolle und war aber auch für den göttlichen Klang, die Musik, zuständig. Das Gesicht der Hathor mit den charakteristischen Haarlocken an beiden Seiten ist am Griff des Bügelsistrums zu sehen. Der Kopf einer stilisierten Katze, der oberhalb der Hathor angebracht ist, kann wohl als Göttin Bastet gedeutet werden. Sie stand eng mit Hathor in Verbindung. Den unteren Bereich des Griffs ziert der Gott Bes, der ebenfalls mit Tanz und Musik assoziiert wurde. Er ist durch ein fratzenhaftes Gesicht mit Löwenmähne und großer Federkrone gekennzeichnet.

Ausstellungstipp

In unserer Ausstellung Ägypten – Land der Unsterblichkeit könnt ihr weitere Schätze altägyptischer Kultur entdecken. Die Ausstellung hat übrigens ab dem 26. Dezember auch zwischen den Jahren, an Neujahr und an Dreikönige jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Am 24./25./31. Dezember sind die Reiss-Engelhorn-Museen geschlossen.