2. Dezember

laut – Laute – am lautesten

Fragment einer Ofenkachel mit Knickhalslaute

Unser heutiges Adventstürchen öffnet uns ein Fenster in die Welt unserer archäologischen Grabungsschätze. Dieser Fund wurde sozusagen direkt vor unserer Museumstür gemacht, oder besser gesagt, im Hofgarten des Museums Zeughauses.

Es handelt sich um ein Fragment einer graphitierten Ofenkachel aus dem frühen 17. Jahrhundert, die bei archäologischen Grabungen im Jahr 2006 gefunden wurde. Es zeigt in der oberen Bildhälfte einen Fuß, der in einer Sandalette mit schmalen Lederriemchen steckt. Durch den Vergleich mit zeitgenössischen Ofenkacheln ist anzunehmen, dass es sich bei der Person um die Muse Urania handelt, die verbindlich mit einer Knickhalslaute dargestellt wird. Sie hat einen am Korpus angesetzten kurzen Hals und einen nach hinten abgewinkelten Wirbelkasten. Als Vorläufer gilt die arabische Laute, die Oud. Sie gelangte ab dem 10. Jahrhundert über Spanien und das byzantinische Reich nach Europa. Hier erhielt sie Bünde und Darmsaiten und wurde ab 1500 mit den Fingerkuppen gespielt.

Unsere Archäologen bringen immer wieder Schätze wie diese ans Tageslicht. In unserem remBlog erzählen sie über die ein oder andere Grabungssituation und damit verbundenen Entdeckungen. Erfahrt mehr unter remBlog: Archäologie

Viele spannende Objekte findet ihr auch in der Ausstellung Versunkene Geschichte. Archäologie an Rhein und Neckar, die bei großen und kleinen MuseumsbesucherInnen beliebt ist.