9. Dezember

Tänzerin mit Schal

Nach den archäologischen Ausflügen der letzten Tage entführt uns das heutige Kalendertürchen in die Kunstwelt der Jahrhundertwende. Diese „Tänzerin mit Schal“ mit weißer Mantilla lief Philipp Klein nicht etwa auf einer Spanien-Reise über den Weg. Um den Flamencotanz zu sehen, musste der Künstler das Land nicht verlassen. Spanische Folklore – oder das, was man im Ausland dafür hielt, – war im deutschen Kaiserreich schwer in Mode. Georges Bizets Oper „Carmen“, die 1875 erstmals in Paris aufgeführt wurde, ist zum Beispiel das Ergebnis einer großen Sehnsucht nach einer Kultur, die als besonders „anders“ und „ursprünglich“ wahrgenommen wurde. Gleichzeitig befeuerte die Oper den „Spanien-Hype“. Um wen es sich bei der von Klein dargestellten Dame handelt, ist unbekannt. Unklar ist auch, ob es sich wirklich um eine Spanierin handelt oder ob sich die Tänzerin nur verkleidet hat. Das scheinbar schwarz gefärbte Haar und das extreme weiße Make-up könnten ein Hinweis darauf sein. 

Tipp

Ihr habt noch nie etwas von Philipp Klein gehört? Dann solltet ihr unbedingt unsere aktuelle Ausstellung AUFGETAUCHT! Philipp Klein im Kreis der Impressionisten besuchen. Hier lernt ihr den gebürtigen Mannheimer kennen und hoffentlich wie wir auch lieben. Denn Philipp Klein schuf neben den großen Kollegen wie Lovis Corinth, Max Liebermann und Max Slevogt ein vielbeachtetes Werk. Die Ausstellung präsentiert ca. 100 Werke des leider viel zu früh verstorbenen Künstlers, vereint mit Künstlern und Künstlerinnen aus seinem Umfeld.