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Wie die Geschichte des Papsttums das Schicksal Roms besiegelt

Der Petersdom als Baustelle? Das und noch vieles mehr zeigen Filmrekonstruktionen Roms in der kommenden Päpste-Ausstellung. Ein Making-of-Film verrät schon jetzt, was den Besucher erwartet.

Fotorealistische Rekonstruktion der Stadt Rom zur Zeit der Renaissance (Filmausschnitt). Im Hintergrund blickt man auf den Bau des heutigen Petersdoms. Im Vordergrund: das berühmte Forum Romanum, wo zur Zeit der Renaissance das Vieh weidet. © Curt-Engelhorn-Stiftung für die Reiss-Engelhorn-Museen / Faber Courtial

Wie keine andere Stadt ist das Schicksal Roms seit der Antike an das Schicksal der Päpste geknüpft. Seit der Spätantike beeinflusst die Anwesenheit der Päpste das Schicksal und den Wohlstand Roms und seiner Einwohner. In der Mannheimer Ausstellung  Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt zeigen drei filmische Rekonstruktionen entscheidende Phasen in der Stadtentwicklung Roms, stets in enger Verbindung mit der Geschichte des Christentums und der Päpste. Sie zeigen Rom zur Zeit Kaiser Neros, die urbanen Veränderungen im 5. Jahrhundert als die ersten großen Kirchen der Christenheit erbaut wurden, und schließlich die neue Blüte Roms in der Renaissance unter Papst Julius II.

Making-of-Film bietet ersten Vorgeschmack

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Rom wurde nicht an einem Tag erbaut

Die fotorealistischen Rekonstruktionen Roms erstellte das 3D-Studio Faber Courtial aus Darmstadt. Durchschnittlich haben zehn Mitarbeiter sechs Monate lang auf Basis neuester Forschungsergebnisse das Rom vergangener Jahrhunderte wiederauferstehen lassen. Zur Verfügung stand ihnen eine große Menge an Erkenntnissen, Veröffentlichungen und bereits existierender (Teil-)Rekonstruktionen. "Diese breite Grundlage für die Filme war natürlich ein wahrer Schatz, aber auch eine große Herausforderung für uns.", so Jörg Courtial, Geschäftsführer des Darmstädter Studios. "Um einen realistischen Gesamteindruck von der Stadt zu gewinnen, mussten 156 Gebäude detailliert modelliert werden, um die verschiedenen Bauformen wie Wohn- und Geschäftshäuser oder die großen oberirdischen Grabbauten des antiken Roms im Stadtgebiet realistisch einzubinden. Wie sagt man so schön: Rom wurde nicht an einem Tag erbaut. Unser Team hat sich dieser großen Aufgabe mit viel Herzblut gute 150 Tage gewidmet."

Noch nie dagewesene Detailtreue

Das Ergebnis überzeugt: Noch nie wurde die Stadt Rom in so einer Detailtreue in gleich drei Zeitphasen in 3D rekonstruiert. Allein 46.000 Wohnhäuser dokumentieren die gewaltige Ausdehnung, die Rom in der Spätantike erfahren hat. Überraschend auch die ungewohnte Ansicht der Tiber-Stadt im 14. und beginnenden 15. Jahrhundert, als durch den Wegzug der Päpste nach  Avignon Roms Zentrum verfiel und zwischen den architektonischen Relikten des berühmten Forum Romanum das Vieh weidete. Rom – die "ewige Stadt" – blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, für den Ausstellungsbesucher wird sie durch die filmischen Rekonstruktionen erfahrbar. "Das Ergebnis ist beeindruckend.", stellt Alfried Wieczorek, Generaldirektor der Reiss-Engelhorn-Museen zufrieden fest. "Die Filme in der Ausstellung führen gemeinsam mit den hochkarätigen Exponaten den Ausstellungsbesuchern die historischen Wirkstätten des Papsttums vor Augen wie man sie heute an den Originalschauplätzen aufgrund der Bauveränderungen und Umwälzungen der letzten Jahrhunderte nicht mehr erleben kann."

Die Sonderausstellung Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt ist ab dem 21. Mai 2017 in den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen zu sehen.

 

 

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