Direkt zum Inhalt

Forschung an Goldobjekten aus Java

Modernste Methoden, neue Herausforderungen

Von Objekten aus Gold geht nicht nur eine besondere Faszination für den Betrachter aus, sondern sie sind auch für Wissenschaftler eine wichtige Quelle und ein spannendes Fenster in die Vergangenheit. Die Idee zur Sonderausstellung Javagold entstand über eine lange Forschungskooperation mit der „Golden Lotus Foundation“ aus Singapur. An den Reiss-Engelhorn-Museen befindet sich das renommierte Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie (CEZA). Ein Spezialgebiet ist die naturwissenschaftliche Untersuchung von archäologischen und historischen Goldobjekten aus verschiedenen Epochen und Kulturkreisen. So haben die Mannheimer Experten sich unter anderem mit der Erforschung der Himmelsscheibe von Nebra, Goldfunden aus Troia oder dem Goldschmuck des Fürsten von Hochdorf international einen Namen gemacht. Bereits seit fast zehn Jahren werden die aus einer Privatsammlung stammenden javanischen Goldobjekte beim CEZA untersucht. Im Vordergrund stehen neben der Echtheit Erkenntnisse zu Herstellungstechnik und Herkunft. Dabei kommen modernste Geräte und Methoden zum Einsatz – von Digitalmikroskopie über Röntgenfluoreszenzanalysen bis hin zu Massenspektrometrie (ICP-MS) mit Laserablation.

Im CEZA werden auch neue Verfahren entwickelt. Diese sollen in Zukunft dabei helfen, das Alter von Goldobjekten zu bestimmen. Da Metalle keinen Kohlenstoff enthalten, stoßen herkömmliche Methoden wie die 14C-Analyse an ihre Grenzen. Allerdings werden bei der Bildung von Gold immer auch radioaktive Spurenelemente aufgenommen. Durch deren Zerfall entsteht Helium das im Kristallgitter des Goldes verbleibt. Erhitzt man das Edelmetall, weitet sich die Struktur auf und Helium kann aus dem Gold extrahiert werden. Das freigesetzte Helium wird quantitativ bestimmt,
sodass aus dem Verhältnis Uran-Thorium-Helium ermittelt werden kann, wann das Gold geschmolzen wurde, um es in ein Schmuckstück zu gießen. Um selbst kleinste Proben auswerten zu können, arbeiten die Wissenschaftler des CEZA momentan an einem neuen Massenspektrometer zur Helium-Analyse.

Die Besucher der Schau Javagold werfen auch einen Blick hinter die Labormauern und bekommen in einem Spezialraum am Ende der Ausstellung einen spannenden Einblick in die Methoden der Gold-Forscher.

Führung buchen

Buchen Sie schon heute Ihre Führung durch die Ausstellung beim Buchungsbüro. Möglich sind Themen- und Schulklassenführungen und individuelle Führungen auf Deutsch oder Englisch.

Kontakt: Tel 0621 - 293 37 71,
buchungen.rem­­@mannheim.de

Newsletter

Erfahren Sie Neuigkeiten zur Ausstellung oder informieren Sie sich über unsere Veranstaltungstipps bequem und direkt über unseren Newsletter.

Zur Anmeldung

zurück zum Seitenanfang