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| Dr. Sarah Nelly Friedland

Eiszeit-Tiere auf Reisen

Bevor Mammuts und anderen tierischen Attraktionen der "Eiszeit-Safari" in Mannheim präsentiert werden können, haben sie schon einiges erlebt. Um eine komplette Ausstellung auf Reisen zu schicken, ist gute Vorbereitung alles. Und auch ohne schweres Gerät geht es nicht. Für den Transport sind fünf Sattelschlepper im Einsatz.

Spannender Blick in die Kiste! Das Geweih des Riesenhirschen muss seperat reisen. Dafür hat er Gesellschaft von einem Wildschein bekommen. © rem, Foto: Sarah Nelly Friedland

Seit 2013 wird die "Eiszeit-Safari" vorbereitet, seit Februar 2016 ist sie auf Tour. Mammuts, Wollnashörner & Co. haben dabei die unterschiedlichsten Museen bereichert, historische Gewölbe ebenso wie moderne Neubauten. Jede Station hat ihre Besonderheiten, unterschiedliches Publikum und verschiedene Räume. Bei der Vorbereitung reist die Kuratorin/Koordinatorin immer an den Ort des Geschehens, um alle Hürden in den Planungen berücksichtigen zu können. Auch der Stellplan will erarbeitet werden und die weitere Gestaltung bedarf der Abstimmung. Zum Auf- und Abbau ist dann unser meist vierköpfiges Team mitunter wochenlang vor Ort, um das Material zu betreuen und für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen. Das eine oder andere Tier erweist sich immer wieder als etwas tückisch beim Zusammenbauen! Das Spannende ist dabei, die unterschiedlichen Museen sehr genau kennen zu lernen, viel mehr, als das bei einem kurzen Besuch möglich ist.

Alles in Kisten

Insgesamt 82 Kisten und einige Paletten müssen jedes Mal gepackt, verschlossen, verladen, transportiert, entladen, geöffnet und ausgepackt werden. Klingt nicht nach viel? Weit gefehlt, denn die Kisten erreichen teils riesige Dimensionen. Bis zu 4,70 m lang können sie sein und erwecken den Eindruck, man könnte auch gleich ein Tiny House daraus bauen. Ohne Gabelstapler geht da nichts! Zum Glück lassen sich die meisten großen Exponate zerlegen, denn sonst bräuchte zum Beispiel der Riesenhirsch mit seinem ausladenden Geweih fast einen eigenen LKW. Groß genug sind die Einzelteile immer noch.

Ein Blick in die Kisten zeigt allerdings, dass anders als bei einem bekannten Möbelhaus ausgesprochen viel Luft transportiert wird. Ohne Kisten wäre das doch viel einfacher und nähme viel weniger Platz weg! Das sagen viele, aber obwohl die Eiszeit-Riesen deutlich weniger empfindlich sind als viele andere Objekte, die in den rem sonst gezeigt werden, gilt auch hier: Beim Transport kann am meisten kaputt gehen. Die Ausstellung soll schließlich viele Jahre gezeigt werden können. Da ist eine sorgfältige Verpackung notwendig und unsere Tiere breiten sich manchmal ganz schön aus. Die maßgefertigten Halterungen zahlen sich allerdings aus: Bis auf ein paar Schrammen haben die Exponate bisher alles ausgesprochen gut überstanden.

Herausforderungen beim Transport

Bei solch großen Transporten kann natürlich eine Menge schief gehen, besonders, wenn man als Auswärtiger an ein anderes Museum kommt. Deshalb gilt: gute Planung ist alles! Bei den Vorbereitungen muss jedes Detail gründlich besprochen werden, jeder Zugang ausgemessen und notfalls Hilfsmittel organisiert werden. Nach so vielen Stationen weiß das Team aber inzwischen sehr genau, welche Fallen lauern können, von zu kleinen Ladezonen über fehlende Hubwagen und ungünstige Treppen. Mit gründlicher Vorbereitung und dem Einsatz von genügend Mitarbeitern und Material lässt sich das aber meist vermeiden. Bei Problemen wie gesperrten Autobahnen und Ausfällen von Lastenaufzügen kann man zur Vorbeugung aber eigentlich nur genügend Zeitpuffer einplanen. Bisher hatten wir aber Glück, was solch unvorhersehbare Dinge angeht. Andere Herausforderungen galt es häufig im Vorfeld zu berücksichtigen: mitunter müssen Kisten umgeladen werden, wenn Zufahrten zu klein sind, Straßen müssen gesperrt oder Kisten vor dem Eingang geöffnet werden. Gerade historischen Gebäuden fehlt meist ein Lastenaufzug und die Türen sind eng.

Heimspiel – endlich zuhause

Im Museum Weltkulturen brauchen wir glücklicherweise (den vorhandenen und ziemlich geräumigen) Lastenaufzug nicht, die Türen sind groß genug und mit ein wenig Rangieren passt ein LKW ganz gut hinter das Gebäude. Insgesamt also ein entspanntes Heimspiel! Erst beim Auspacken wird es noch mal spannend, denn ein Teil der Ausstellungsfläche ist nur durch deutlich niedrigere Türen zu erreichen. Außerdem haben wir ja für Mannheim viele neue Ausstellungsobjekte in Vorbereitung. Aber das bekommen wir auch hin!

Das Ergebnis ist ab dem 18. April in der Ausstellung "Eiszeit-Safari" zu sehen.

Autorin: Dr. Sarah Nelly Friedland hat eigentlich Prähistorische Archäologie studiert, ist aber inzwischen Ausstellungskoordinatorin an den rem, wozu auch das Betreuen der "Eiszeit-Safari" gehört. Organisation ist alles!

Neugierig geworden?

Lust auf eine Zeitreise? Hier erfahren Sie mehr über unsere Sonderausstellung "Eiszeit-Safari": www.eiszeitsafari.de

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