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Forschungsstelle: Frühgeschichte

112. Kolloquium der Arbeitsgemeinschaft Frühgeschichtliche Archäologie

Termin: 7.3.2019, ab 14 Uhr

Ort: Museum Weltkulturen D5, Anna-Reiß-Saal

Programm

14:00 Uhr

Peter Steffens M. A., Mainz

Tier- und Speisebeigaben in geschlossenen Befunden merowingerzeitlicher Holzkammern

Große hölzerne Kammereinbauten gelten aufgrund des enormen Aufwandes während der Errichtung gemeinhin als Zeichen einer etwaigen Heraushebung im Bestattungsbrauch. Innerhalb und außerhalb jener Holzkammern finden sich immer wieder Überreste von Tieren oder tierischer Produkte, welche im Grab meist als Speisebeigaben, im Umfeld dagegen eher rituellen Handlungen entsprochen haben dürften. Diese „Beigabenform“ fand bei der Erstellung Rainer Christlein´s Modell der Besitzabstufungen 1973 noch keine Berücksichtigung. Dennoch muss diese als ein nicht unbedeutender Teil des komplexen Grabrituals angesehen werden und ist somit für die Bewertung der Gesamtbefundlage von enormer Bedeutung.

14:45 Uhr

Dr. Niklot Krohn, Vörstetten

Sur l’autre rive – am anderen Ufer Die Spätantike beidseits des südlichen Oberrheins

Am 30. August 369 n. Chr. besuchte der römische Kaiser Valentinian I. anlässlich einer längeren Inspektionsreise zu den Befestigungsanlagen entlang des Rheins das spätantike Kastell auf dem mons Brisiacus, dem heutigen Breisacher Münsterberg. Es ist dies der einzige historisch sicher bezeugte Aufenthalt eines römischen Kaisers der Spätantike im Gebiet des heutigen Baden-Württemberg. An dieses Ereignis vor 1650 Jahren erinnernd, präsentiert ein deutsch-französisches Projekt im Rahmen einer Ausstellung mit begleitender Publikation eine grenzüberschreitende Bestandsaufnahme zur Spätantike im südlichen Oberrheingebiet.

15:30-15:50 Uhr Pause

15:50 Uhr

Dr. Claus Bergmann, Gelnhausen

Neue Funde und Befunde zur Spätantike im östlichen Rhein-Main-Gebiet

Der Main-Kinzig-Kreis im östlichen Rhein-Main-Gebiet ist seit vielen Jahren einem hohen Bauaufkommen ausgesetzt. Dies führt unweigerlich zu zahlreichen archäologischen Maßnahmen, so auch im Bereich der ehemaligen Limeskastelle und deren Hinterland. Baumaßnahmen, aber auch gezielte Grabungen und planmäßige Sondenbegehungen haben nun an mehreren Orten neue Funde und Befunde zur Spätantike ans Licht gebracht.

16:35 Uhr

Dr. Silvia, Codreanu-Windauer, Regensburg

„Neues aus dem „Großen Gräberfeld“ Regensburgs – ein Vorbericht“

2015/16 fanden in Regensburgs Westen umfangreiche die Ausgrabungen im bereits bekannten „Großen Gräberfeld“ statt. Seit dem Bau der Eisenbahn1872/74 ist erweisen, dass sich dort der Zentralfriedhof des römischen Legionsstandorts Castra Regina befand. Damals wurden über 800 Brand- und Körpergräber geborgen, wobei man schätzt, dass die Zahl der undokumentiert zerstörten Bestattungen bei 3000 Brand- und 2000 Körpergräbern gelegenen haben muss. Nach der letzten Grabungskampagne 2015/16 sind weitere 1.500 Körpergräber dazugekommen. Damit kann man die Gesamtzahl der Personen, die dort zwischenj 179 n. Chr. und dem 2. Drittel des 7. Jahrhunderts ihre letzte Ruhestätte fanden, vorsichtig auf 30.000 bis 40.000 schätzen – ein wahrlich „Großes Gräberfeld“ und mit Sicherheit die umfangreichste Nekropole Bayerns!

17:30 Uhr Abendessen im Salerno

19:00 Uhr Abendvortrag

Claus Kropp M. A., Lorsch

„Rinder als Zugtiere in der frühmittelalterlichen Landwirtschaft. Eine interdisziplinäre Studie zu einem der wichtigsten Nutztiere des Mittelalters“

Frühmittelalterliche Landwirtschaft ist untrennbar mit dem Einsatz von Zugtieren verbunden. Wenn auch regional stark variierend, so ist nach Ausweis der Quellen klar, dass insbesondere Rinder für diese Zwecke eingesetzt wurden Geradezu sinnbildlich hierfür steht das bereits in der Antike bekannte Flächenmaß iugerum, welches wortgleich mit der Bezeichnung des für die Rinderanspannung bedeutenden ‚Jochs‘ ist und die Fläche bezeichnet, die an einem Tag mit einem Gespann bewirtschaftet werden konnte.

Ausblick: Das 113. Kolloquium findet am 07.11.2019 statt.

Kontakt

Dr. Klaus Wirth

Abteilungsleiter Archäolog. Denkmalpflege und Sammlungen

Tel 0621 - 293 31 68

klaus.wirth@​mannheim.de