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Mittwoch, 5. Dezember 2018 | 15:30 Uhr

Heidelberg – Prag – Den Haag. Künstler im Dienst des „Winterkönigs“ Friedrich V. von der Pfalz

Vortragsreihe von Dr. Hans-Jürgen Buderer

Abschluss der Vortragsreihe über den „Winterkönigs“ Friedrichs V. und seine Indienstnahme der Künste zu Propagandazwecken fürstlichen Selbstverständnisses.

Termine & Themen:

Mi 5.9.2018, Kunst im Zeitalter konfessioneller Auseinandersetzungen

Mi 12.9.2018, Die Residenz in Heidelberg – Schloss und Hortus Platinus I

Mi 26.9.2018, Die Residenz in Heidelberg – Schloss und Hortus Platinus II

Mi 31.10.2018, Prag – Kaiserliche Sammlung in königlichem Dienst

Mi 14.11.2018, Den Haag – Repräsentationsaufwand einer Exilregierung I

Mi 5.12.2018, Den Haag – Repräsentationsaufwand einer Exilregierung II

Uhrzeit: jeweils 15.30 - 17 Uhr

Ort: jeweils Museum Weltkulturen D5, Anna-Reiß-Saal

Teilnahmegebühr: jeweils 3 Euro. Zum Erwerb eines benoteten Scheines ist die Teilnahme für Studenten des Historischen Instituts der Universität Mannheim kostenlos.

Eine Veranstaltungsreihe in Kooperationen mit dem Fördererkreis für die Reiss-Engelhorn-Museen und der Universität Mannheim.

Heidelberg – Prag – Den Haag. Künstler im Dienst des „Winterkönigs“ Friedrich V. von der Pfalz

Die Vortragsreihe beschäftigt sich mit den konfessionspolitischen Einflüssen auf die Entwicklung der Bildenden Kunst an der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert und zeigt im Blick auf die Lebensstationen Heidelberg, Prag und Den Haag des „Winterkönigs“ Friedrichs V. die Indienstnahme der Künste zu Propagandazwecken fürstlichen Selbstverständnisses.

Als im Jahre 1613 Friedrich V. von der Pfalz die englische Königstochter Elizabeth Stuart heiratet, rückt der junge Kurprinz in die erste Reihe der europäischen Aristokratie. Sein Selbstverständnis als Kurfürst kommt in einer repräsentativen Hofhaltung zum Ausdruck. Als deren Höhepunkte gelten der sogenannte Englische Bau als Erweiterungsbau des Heidelberger Schlosses sowie die europaweit bestaunte Gartenanlage Hortus Palatinus.
1619 nimmt Friedrich V. die Wahl zum Böhmischen König an und übersiedelt nach Prag. Zwar wurden die Kunstkammer und die Galerie der Prager Burg des kunstbegeisterten Kaisers Rudolf II. zum integralen Bestandteil der königlichen Residenz, allerdings ließ Rudolfs Nachfolger, Kaiser Matthias, große Teile der Sammlung nach Wien verbringen. Eine wenig rühmliche Rolle spielt Friedrich V. bei dem von seinem Hofprediger Abraham Scultetus initiierten Bildersturm im Prager Veitsdom 1619.
Der Versuch, sich mit der Übernahme der Böhmischen Königskrone konfessionspolitisch zu positionieren, scheitert bereits im Mai 1620 mit Friedrichs V. Niederlage gegen die kaiserlichen Truppen in der Schlacht am Weißen Berg. Die kurze Regentschaft begründet seinen Spotttitel als „Winterkönig“. Mit seiner Frau begibt er sich anschließend ins Exil nach Den Haag und von dort nach Rhenen, wo beide ein aufwändiges Hofleben führen und zahlreiche Künstler in den Dienst ihres repräsentativen Selbstverständnisses nehmen.

Information für Studierende

Die öffentliche Vortragsreihe wird als Seminarvorlesung mit zwei Übungen für Studenten des Historischen Instituts der Universität Mannheim angeboten. Die Übungen finden am Mi 19.9.2018 und am Mi 28.11.2018, jeweils 15.30 - 17 Uhr in der Universität Mannheim statt. Mit der regelmäßigen Teilnahme an den Vorträgen sowie zwei Übungen und der Erarbeitung einer schriftlichen Hausarbeit erhalten Studenten des Historischen Instituts einen benoteten Schein.