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Sonntag, 17. November 2019 | 11:00 Uhr

Naturkundliche Sonntagsmatinee

Neuseeland

mit Dr. Bernhard Robel

Ort: Museum Weltkulturen D5 | Anna-Reiß-Saal

Eintritt: frei

Für die polynesischen Maori muss es ein überwältigender Anblick gewesen sein, nach einer langen Reise auf See diese lange weiße Wolke zu sehen, wie sie mit den schneebedeckten Bergketten verschmolz. Aotearoa, wie sie die beiden Inseln Neuseelands nannten, wurde ihre neue Heimat. Wenige Jahrhunderte später kamen die ersten Siedler aus Europa. Es entstanden großflächige Schafweiden, Obst- und Weinbau-Monokulturen, sowie Städte wie Auckland, Wellington, Christchurch oder Dunedin mit ihrem europäischen Flair. Neuseeland, hervorgegangen aus dem Urkontinent Gondwana, ist seit seiner Abspaltung von Australien vor 70 Mio. Jahren gewaltigen Erdkräften ausgesetzt. Das Ergebnis sind bis über 3000 m aufragende Gebirge mit gewaltigen Gletschern, tiefen Tälern, Fjorden und weiten Schotterflächen. Aktive Vulkane, Erdbeben und die vielen heißen Quellen und Geysire zeugen von den immer noch anhaltenden Vorgängen in der Erdkruste. In den unterschiedlichen Klimazonen, von subtropisch über gemäßigt bis zu hochalpin, entwickelte sich vom Rest der Welt isoliert eine außergewöhnliche Tier- und Pflanzenwelt. 80 % der Pflanzenarten sind endemisch. Südbuchen und Steineiben bilden die epiphytenreichen Regenwälder der Südinsel. Vögel entwickelten sich ohne Feinde, einige, so auch der Nationalvogel Kiwi, verlernten wieder das Fliegen und legten ihre Nester auf dem Boden an. Gelbaugenpinguine und Lappenvögel blieben auf einem frühen Entwicklungsstand stehen. Die Brückenechse Tuatara als nächster Verwandter der Dinosaurier hat bis heute fast unverändert überlebt. Der Mensch führte neue Pflanzen- und Tierarten ein. Ginster, Lupinen und Waldreben verdrängten einheimische Arten. Ratten, Marder, Iltisse sowie Hunde und Katzen machten sich über Eier und Jungvögel her. Das größte ökologische Problem geht heute von dem Fuchskusu aus. Viele Arten haben nicht überlebt, der legendäre Riesenvogel Moa wurde das Opfer der Nachstellungen des Menschen. Bewundernswert ist das große Engagement staatlicher und privater Naturschutzorganisatoren zum Schutz besonders bedrohter Arten wie Kiwi, Takahe, Kakapo und Black Robin.