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Sonntag, 30. Januar 2022 | 12:00 Uhr

Frauenkörper zwischen Kunst und Käuflichkeit. Bilder und Formen der Prostitution

gesichtslos - Hyp Yerlikaya

Matinée

mit Fotograf Hyp Yerlikaya, Stephanie Herrmann, Reiss-Engelhorn-Museen, Julia Wege, Beirat „Amalie“ und Karin Tebbe, Kurpfälzisches Museum Heidelberg

Ort: Museum Weltkulturen D5, Anna-Reiß-Saal

Eintritt frei

In der Kunst der 1920er Jahre wurden Prostitution und sexuelle Gewalt geradezu inflationär verbreitete Themen der Kunst, insbesondere im Bereich veristischer Kunstströmungen wie der Neuen Sachlichkeit. Die häufig drastischen Bilder von Prostituierten sind vor dem Hintergrund des immensen Anstiegs der Prostitution zur Zeit der Weimarer Republik zu sehen, der durch soziale Missstände, die Folgen des Krieges und die Liberalisierung befördert worden war. Entsprechende Werke spiegeln nicht zuletzt die extremen Bedingungen und Notlagen, in denen viele Frauen nach dem Ersten Weltkrieg versuchten, in einer traumatisierten, durch Inflation, Massenarbeitslosigkeit und Armut gebeutelten Gesellschaft zu überleben.
Die gesellschaftliche Sichtbarmachung und die Anregung eines öffentlichen Diskurses über die meist prekären Lebens- und Arbeitswelten von Prostituierten in Deutschland sind Anliegen der Mannheimer Ausstellung. Oft sind es Frauen, die ihre Heimatländer verlassen haben, um der dortigen Perspektivlosigkeit zu entkommen und in Deutschland ein neues Leben unter besseren Bedingungen anzufangen. Die Wirklichkeit sieht aber anders aus. Obwohl 2017 das Prostituiertenschutzgesetz in Kraft getreten ist, führt die Mehrheit der Frauen ein Leben abseits der sozialen Wahrnehmung. Der international tätige Fotograf Hyp Yerlikaya hat zehn Frauen zusammen mit der Beratungsstelle Amalie über zwei Jahre mit der Kamera begleitet. Insgesamt 40 Fotografien und begleitende Zitate erzählen die Geschichte dieser Frauen – ihrer Ängste und Sorgen, aber auch ihrer Träume und Hoffnungen.

Eine Veranstaltung anlässlich der Ausstellung gesichtslos – Frauen in der Prostitution in Kooperation mit dem Kurpfälzischen Museum Heidelberg zur Sonderausstellungen „Frauenkörper“

Allgemeine Sicherheits- und Hygienemaßnahmen

Alle wichtigen Informationen zu den coronabedingten Sicherheits- und Hygienemaßnahmen in den Reiss-Engelhorn-Museen finden Sie hier