Museumsquartier

Die Reiss-Engelhorn-Museen

Über unsere Namensgeber

Unsere Museen und Forschungseinrichtungen tragen Namen unserer Mäzene. Sie förderten und fördern mit Großzügigkeit und Weitsicht Wissenschaft, Forschung und den Erhalt des kulturellen Erbes.

Die Geschwister Carl und Anna Reiß

Die Geschwister Carl (1843 – 1914) und Anna Reiß (1836 – 1915) genossen in Mannheim hohes gesellschaftliches Ansehen. Carl Reiß wirkte als Mannheimer Unternehmer, Politiker und Kulturmäzen. Zusammen mit seiner Schwester stiftete er große Summen seines Vermögens für den Bau eines Museums. Zwei Weltkriege verzögerten das Vorhaben, doch 1957 entstand schließlich das nach den Geschwistern benannte Reiss-Museum im historischen Zeughaus Mannheim.

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Anna Reiß (1836 – 1915) ging in jungen Jahren zum Theater und wurde in Schwerin als Sängerin engagiert. Nach wenigen Jahren zog sie sich vom aktiven Auftrittsleben zurück, blieb der Welt der Künstler aber in Mannheim treu: Die Schauspielkennerin und -kritikerin war Dauergast im Nationaltheater, besaß dort eine eigene Loge und empfing häufig Künstler in ihrem Haus.

Das Domizil der Geschwister Reiß etablierte sich seit den 1890er Jahren zum Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens in Mannheim. Zur Verschönerung der Stadt, für Denkmäler, den Ankauf bedeutender Kunstwerke und zur Aufrechterhaltung eines kulturellen und caritativen Lebens stiftete Carl Reiß hohe Summen. Schließlich übertrug er 1913 im Einvernehmen mit seiner Schwester sein gesamtes Vermögen der Stadt Mannheim, mit der Vorgabe, dass der größte Teil zur Errichtung eines Reiß-Museums in Mannheim verwendet werden sollte. Zwei Weltkriege verzögerten das Vorhaben. Erst 1957 konnte aus den Mitteln ihrer Stiftung das historische Zeughaus wieder errichtet werden, das fortan den Namen Reiss-Museum trug.

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Carl Reiß (1843 – 1914) wirkte als Mannheimer Unternehmer, Politiker und Kulturmäzen. An sein juristisches und staatswissenschaftliches Studium in Heidelberg schloss er Auslandsaufenthalte in Palermo, Bordeaux, Paris und London an, ehe er nach Mannheim zurückkehrte. Weitere Unternehmungen führten ihn nach Ägypten, Nordafrika, in die USA und auf eine gemeinsame Weltreise mit seiner Schwester Anna Reiß.

In Mannheim erwarb er sich als Gründer und Teilhaber großer kommerzieller Unternehmungen hohes Ansehen. Als Finanzmann war er an der Leitung mehrerer Bankgeschäfte beteiligt. Seine guten Beziehungen zum großherzoglichen Haus und zur badischen Regierung setzte er zum Wohle seiner Heimatstadt in der Kommunalpolitik ein. Die Interessen der Stadt vertrat er zudem als Abgeordneter Mannheims in der ersten und zweiten badischen Kammer.

Der Unternehmer Curt Glover

Unter der Führung von Curt Glover Engelhorn (1926 - 2016) stieg das Mannheimer Chemieunternehmen C.F. Boehringer & Söhne GmbH zum Weltkonzern auf. An seinen unternehmerischen Erfolgen ließ er auch die Stadt Mannheim teilhaben. 2001 gründete mit einer Stiftungssumme von mehr als 25 Millionen Euro eine Stiftung für das damalige Reiss-Museum: die Curt-Engelhorn-Stiftung. Das Museum wurde ihm zu Ehren in die Reiss-Engelhorn-Museen umbenannt.

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Curt Glover Engelhorn wurde 1926 als Urenkel von Friedrich Engelhorn, dem Gründer der BASF, in München geboren. Er studierte in Austin/Texas Chemie-Ingenieurwesen. 1955 trat er in die damalige C.F. Boehringer & Söhne GmbH ein und erreichte innerhalb von fünf Jahren die Position des Geschäftsführers. Unter seiner Führung stieg das bis dahin mittelständisch geprägte Unternehmen zum Weltkonzern auf. Bis zum Verkauf im Jahre 1997 stand Engelhorn an der Spitze von Boehringer Mannheim (heute Roche). Durch familiäre Bande und durch seine Karriere als Unternehmer blieb er der Stadt stets auf das Engste verbunden.

2001 löste er sein Versprechen ein, der Stadt zum Dank seines unternehmerischen Erfolges eine noch größere Zuwendung zukommen zu lassen. Mit einer in der deutschen Museumslandschaft im Blick auf die letzten Jahre einzigartigen Stiftung von mehr als 25 Millionen Euro bedachte er das Reiss-Museum Mannheim. Die Stiftung trägt den Namen „Curt-Engelhorn-Stiftung für die Reiss-Engelhorn-Museen“ (CES) und fördert verschiedene Ausstellungsvorhaben und das Forschungswesen
dieser Institution. Zu Ehren des Stifters wurde das bisherige Reiss-Museum, unter dessen Dach bereits zwei eigenständige Museen untergebracht waren, in Reiss-Engelhorn-Museen umbenannt.

Gemeinsam mit seiner Frau Heidemarie Engelhorn nahm Curt Engelhorn aktiv an der Entwicklung der Stiftung und des Museums teil. Anlässlich des 10jährigen Bestehens der CES im Jahr 2011 gewährten beide der Stiftung eine bedeutende, finanzielle Erweiterung.

Am 13. Oktober 2016 verstarb der erfolgreiche Unternehmer und herausragende Mäzen Curt Engelhorn im Alter von 90 Jahren. Die Reiss-Engelhorn-Museen, die Curt-Engelhorn-Stiftung und das Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie erinnern seiner als großzügigen und weitsichtigen Mäzen, der Kunst und Wissenschaft in der Region auf ungewöhnliche Weise bereichert hat und gedenken seiner mit großer Dankbarkeit.

Peter und Traudl Engelhorn

2013 errichtete Traudl Engelhorn-Vechiatto zur Erinnerung an ihren Mann die Brombeeren-Stiftung. Sie fördert die Aktivitäten der Reiss-Engelhorn-Museen auf den Gebieten Kunst- und Kulturgeschichte sowie Wissenschaft und Forschung. Peter Engelhorn, ein Cousin von Curt Engelhorn, war Gesellschafter des Pharma-Unternehmens Boehringer Mannheim (heute Roche) und Mitbegründer des Fördererkreises für die Reiss-Engelhorn-Museen.

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Peter Engelhorn (gest. 1991), ein Urenkel des BASF-Gründers Friedrich Engelhorn und Cousin von Curt Engelhorn, war Gesellschafter des vormaligen traditionsreichen Pharma-Unternehmens Boehringer Mannheim (heute Roche). 1955 heiratete er die aus Wien stammende Verlagsbuchhändlerin und Lektorin Traudl Vechiatto. Der Ehe entstammen vier Töchter.

Traudl Engelhorn-Vechiatto (geb. 1927) errichtete 2013 zur Erinnerung an ihren Ehemann die Brombeeren-Stiftung. Als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts fördert die Brombeeren-Stiftung die Aktivitäten der Reiss-Engelhorn-Museen auf den Gebieten Kunst und Kulturgeschichte sowie Wissenschaft und Forschung. Die in Wissenschafts- und Kulturkreisen als stille Förderin, Stifterin und Mäzenin geltende Traudl Engelhorn-Vechiatto ist Mannheim noch immer eng verbunden. Ihr verstorbener Mann zählte einst zu den Mitbegründern des Fördererkreises für die Reiss-Engelhorn-Museen. Für die Ausstellungsaktivitäten der Stiftung entsteht derzeit im Museumsquartier der Reiss-Engelhorn-Museen das Peter und Traudl Engelhornhaus.

Seit dem Tod von Peter Engelhorn widmet sich Traudl Engelhorn-Vechiatto verstärkt den Stiftungen und Vereinen. Durch ihre ideellen und materiellen Zuwendungen unterstützt sie zusammen mit ihren Nachkommen zahlreiche Forschungsprojekte, Publikationen, wissenschaftliche Tagungen sowie kulturelle Vorhaben unter anderem im Bereich der Glaskunst und Musik. Ein weiterer Teil des Engagements gilt der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Biotechnologie und Gentechnik/Life Sciences.

Am 22. September 2022 verstarb die Mäzenin, Stifterin und Kulturliebhaberin Traudl Engelhorn-Vechiatto im Alter von 95 Jahren. Die Reiss-Engelhorn-Museen, die Brombeeren-Stiftung sowie alle anderen mit dem Museum verbundenen Stiftungen und Institute trauern gemeinsam um die großzügige Mäzenin und Kunstkennerin. Wir gedenken dieser außergewöhnlichen Frau in großer Dankbarkeit.

Familie Bassermann

Die Familie Bassermann ist auf das Engste mit der Geschichte der Stadt Mannheim aber auch der Tradition des hohen bürgerschaftlichen Engagements für die Kultur der Stadt verbunden. Der Tradition der Familie folgend errichtete die Familie Bassermann am 12. August 2008 in Mannheim die Bassermann-Kulturstiftung Mannheim. Sie fördert damit die Reiss-Engelhorn-Museen als öffentliche Einrichtung der Kunst, Kultur, Wissenschaft und Forschung sowie die Errichtung einer Kultureinrichtung, dem Bassermann-Haus für Musik und Kunst.

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Der Name Bassermann steht für eine traditionsreiche Mannheimer Kaufmannsfamilie, aus der sich zwei Linien entwickelten. Eine der Linien ist nach einem imposanten Wohnsitz am Mannheimer Marktplatz in R1 benannt – die Linie Bassermann am Markt.

Friedrich Ludwig Bassermann (1782 – 1865) heiratete Wilhelmine Reinhardt (1787 – 1869), Tochter des Mannheimer Oberbürgermeisters Johann Wilhelm Reinhardt. Aus der Reihe der Söhne und Töchter dieser Verbindung ragt wohl Friedrich Daniel Bassermann (1811 – 1855) als das prominenteste Mitglied der Familie heraus. Er stellte vor allem als Vorsitzender des Verfassungsausschusses in den Jahren 1848/49 in der Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche sein Können unter Beweis. Seinen „Drogen- und Chemikalienhandel“ in R1 hatte Friedrich Daniel an seinen jüngeren Bruder Julius Heinrich Bassermann (1818 – 1891) sowie seinen bisherigen Reisevertreter August Friedrich Herrschel verkauft. Weitere Mitglieder der Familie prägten die Geschichte der Stadt. Zu nennen seien hier noch: Dr. August Bassermann (1847 – 1931) und Albert Bassermann (1867 – 1952), die eng mit dem Mannheimer Nationaltheater verbunden sind.

Ellen Bassermann (1925 – 2017), Pianistin und Ur-Ur-Enkelin von Wilhelmine Bassermann (geb. Reinhardt), rief 2008 zur Förderung der Reiss-Engelhorn-Museen die Bassermann-Kulturstiftung Mannheim ins Leben. Ihr mäzenatisches Engagement gilt vor allem der Förderung der Musik und Musikgeschichte. Am 4. Februar 2017 verstarb sie im Alter von 91 Jahren. Die Bassermann-Kulturstiftung Mannheim und die Reiss-Engelhorn-Museen trauern um ihre großzügige und bedeutende Stifterin für Musik und Kunst und gedenken ihrer in Dankbarkeit. Sie hat die Stadt Mannheim und die Region auf außergewöhnliche Weise bereichert.

Der Unternehmer Klaus Tschira

Klaus Tschira (1940 - 2015) gründete 1995 die Klaus Tschira Stiftung, mit der er Projekte der  Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik unterstützte. Mit dem nach ihm benannten Klaus-Tschira-Zentrum an der Universität Heidelberg (Sitz: Mannheim), das die Klaus Tschira Stiftung und die Curt-Engelhorn-Stiftung finanziert haben, befindet sich der modernste Komplex von Laboren und wissenschaftlichen Büros zur naturwissenschaftlichen Altersbestimmung in Deutschland.

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Klaus Tschira wurde 1940 in Freiburg im Breisgau geboren. Bereits 1995 gründete der Physiker mit privaten Mitteln die Klaus Tschira Stiftung gemeinnützige GmbH. Deren Sitz ist die Villa Bosch in Heidelberg. Die Stiftung fördert Naturwissenschaften, Informatik und Mathematik und setzt sich für neue Formen der Vermittlung naturwissenschaftlicher Inhalte ein. Ihr bundesweites Engagement beginnt im Kindergarten und setzt sich in Schulen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen fort. Sie unterstützt sowohl die Erarbeitung als auch die verständliche Darstellung von Forschungsergebnissen.

Mit dem Klaus-Tschira-Archäometrie-Zentrum an der Universität Heidelberg (mit Sitz in Mannheim), das die Klaus Tschira Stiftung und die Curt-Engelhorn-Stiftung finanziert haben, befindet sich der modernste Komplex von Laboren und wissenschaftlichen Büros zur naturwissenschaftlichen Altersbestimmung in Deutschland an den Reiss-Engelhorn-Museen. Für sein Engagement wurde Dr. h.c. Klaus Tschira mit zahlreichen Ehrungen bedacht, darunter das Bundesverdienstkreuz erster Klasse sowie der Stifterpreis des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen.

Dem Lebensabschnitt als Wohltäter ging eine erfolgreiche Unternehmerlaufbahn voraus. Nach seinem Studium der Physik arbeitete Klaus Tschira als Systemberater bei IBM in Mannheim, bevor er 1972 mit vier Partnern das erfolgreiche, rasch wachsende Software-Unternehmen „Systeme, Anwendungen, Produkte in der Datenverarbeitung GmbH” (SAP) gründete.

Am 31.3.2015 verstarb Klaus Tschira unerwartet früh. Er war ein großzügiger Mäzen und großartiger Mensch, von dessen Vision einer lebendigen Wissenschaft wir immer wieder profitieren durften. Die Reiss-Engelhorn-Museen, die Curt-Engelhorn-Stiftung und das Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie sind ihm zu großem Dank verpflichtet.