Nur wenige Wochen vor Ausstellungseröffnung ist es soweit – die ersten Riesenechsen erobern unser Museum. Mit dem Europasaurus holgeri ist heute eines der größten Exponate eingetroffen. Mit seinem langen Hals und seiner großen Statur macht die Rekonstruktion seinen Artgenossen alle Ehre. Sie basiert auf Fossilfunden vom Langenberg bei Goslar in Niedersachsen. Hier fand man neben Skeletten von Babys und Jungtieren auch Relikte erwachsener Tiere. „Dabei handelt es sich tatsächlich um einen recht kleinen Vertreter der langhalsigen, pflanzenfressenden Saurier, den sogenannten Sauropoden.
Der Europasaurus lebte vor etwa 154 Mio. Jahren auf Inseln im Bereich eines Meeresbeckens. Die Forschung nimmt an, dass es dort begrenzte Nahrungsquellen gab und der Dino sich deshalb größentechnisch angepasst hat. Wir sprechen von einer sogenannten ‚Inselverzwergung‘“, erklärt Prof. Dr. Wilfried Rosendahl, rem-Generaldirektor und Paläontologe, die Widersprüchlichkeit des Objekts. Denn mit seinen fast 7 x 3 Metern wirkt der Europasaurus in den Museumsräumlichkeiten alles andere als zwergenhaft.
Das kann auch das Ausstellungsteam der rem bestätigen, das alle Hände voll zu tun hat, den Langhalssaurier ins Museum zu transportieren. „Da ist viel Fingerspitzengefühl und Augenmaß gefragt!“, stellt Rosendahl fest. Aber das erfahrene Aufbauteam kennt sich mit großen Tieren in den engen Gängen aus, schließlich durften sie schon 2021 eine Mammutherde in den Ausstellungsräumen präsentieren.
Ermöglicht wurde die Leihgabe aus Niedersachsen durch eine Förderung des Industrieverbands Steine und Erden Baden-Württemberg e.V. (ISTE) und der Initiative KiWi Kieswirtschaft im Dialog am Oberrhein. ISTE-Hauptgeschäftsführer Thomas Beißwenger sagte bei der Anlieferung des Europasaurus: „Die Steine- und Erdenindustrie nutzt Rohstoffe wie Kalkstein und Schiefer, die seit Jahrmillionen in der Erde liegen. Durch die Gewinnung solcher Gesteine wurden viele Entdeckungen aus den Saurierwelten erst ermöglicht und damit einzigartige Fenster in die Erdgeschichte geschaffen. Die Rohstoffe nutzen wir seit jeher, um den Bedarf der Bevölkerung für Häuser, Straßen oder Schienen zu decken. Denn, was viele nicht wissen: Jeder von uns braucht ein Kilo Steine pro Stunde.“


