Vor 220 Jahren hat der gebürtige Mannheimer Karl Friedrich Schimper (15.2.1803 – 21.12.1867) das Licht der Welt erblickt. Der „Erfinder der Eiszeit“ zählt mit seinen Werken zu den Begründern der Paläoklima-Forschung, einer Wissenschaft, die es heute ermöglicht, auch aus den eiszeitlichen Archiven der Vergangenheit Erkenntnisse über Klima und Umwelt für Gegenwart und Zukunft zu gewinnen. Dieses Wissen machen sich Unternehmen aus Technik und Wirtschaft zu Nutze, um Lösungsstrategien zur nachhaltigen Gewinnung neuer Energien in Zeiten des Klimawandels zu entwickelt. Die Mannheimer MVV Energie AG setzt dabei auf das „Mannheimer Modell“, um die Wärme- und Stromwende herbeizuführen und ihr Ziel zu erreichen, eines der ersten klimapositiven Energieunternehmen in Deutschland zu werden. Das Wissen zu bewahren und neueste Forschungserkenntnisse zu gewinnen, haben sich die Reiss-Engelhorn-Museen zur Aufgabe gemacht – gemeinsam mit der MVV Energie AG erinnern sie an Mannheim als authentischen und einzigartigen Standort für Eiszeit- und Klimaforschung und stärken damit das regionale und historische Bewusstsein, um Perspektiven für die Herausforderungen des Klimawandels zu schaffen.
Mannheim – Ort moderner Klimaforschung und authentischer Standort für die Vermittlung der Eiszeit
Auf der Mannheimer Bundesgartenschau 2023 präsentieren sich beide Unternehmen bis 8. Oktober mit Ausstellungen in der U-Halle auf dem Spinelli-Areal. Die MVV vermittelt mit medialen Inszenierungen die Idee des „Mannheimer Modells“ und zeigt Wege zur Klimaneutralität für Privathaushalte, Wirtschaft und Industrie auf. Die Reiss-Engelhorn-Museen präsentieren mit Unterstützung vom Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg E.V. und der Kieswirtschaft Oberrhein die Ausstellung „Mannheim – Eiszeit, Klima und Wandel“. Sie zeigt eiszeitliche Knochenfunde aus den Kiesgruben der Oberrheinregion sowie lebensechte Rekonstruktionen und Skelette von Tieren, die während der letzten Eiszeit in Mannheim heimisch waren – vom Höhlenlöwen über das Mammut und den Riesenhirsch bis zum Flusspferd. Die BUGA-Gäste erfahren unter anderem Wissenswertes über die Bedeutung der sogenannten „Mannheim Formation“, eine 30 bis 40 Meter dicke Sand- und Kiesablagerung, die einen Zeitraum von etwa 400.000 Jahren umfasst und heute eines der wichtigsten Klimaarchive Europas darstellt. Das Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie an den Reiss-Engelhorn-Museen untersucht mit neusten Techniken neben Eisbohrkernen auch eiszeitliche Knochenfunde, die in diesen Ablagerungen ans Tageslicht kommen. So gilt Mannheim heute aus mehrfacher Sicht als Ort moderner Klimaforschung und authentischer Standort für die Vermittlung der Eiszeit.
Mehr als nur Hallennachbarn auf der BUGA
Wie wichtig diese Forschungsarbeit und das Wissen über erdgeschichtliche Prozesse heute ist, zeigt sich bei der Betrachtung des „Mannheimer Modells“ der MVV. „Der Klimawandel ist die größte Herausforderung unseres Jahrhunderts. Die Archive der Vergangenheit liefern uns wertvolle Erkenntnisse, mit denen wir heute die natürlichen und unerschöpflichen Ressourcen Erdwärme, Sonne, Wind und Flusswärme mithilfe modernster Technologie für unser ‚Mannheimer Modell‘ aktivieren können. Unsere Kooperation mit den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim eröffnet neue, spannende Sichtweisen auf die Transformation der Energiesysteme“, unterstreicht Dr. Georg Müller, Vorstandsvorsitzender der MVV Energie AG.
„Wir sind mehr als nur Hallennachbarn auf der BUGA!“ stellt Prof. Dr. Wilfried Rosendahl, Generaldirektor der Reiss-Engelhorn-Museen, fest. „MVV und Reiss-Engelhorn-Museen begegnen sich an der Schnittstelle von Naturwissenschaft und Kulturgeschichte, Technik und Wirtschaft. Als Museum und Forschungsinstitut bauen wir Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Ich freue mich, dass wir mit MVV einen Partner gefunden haben, der es uns ermöglicht, unsere wissenschaftliche Arbeit in einen gegenwärtigen Zusammenhang zu stellen. Mit gemeinsamen Veranstaltungen möchten wir die vielfältigen Verknüpfungen von eiszeitlichen Klimaarchive hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung einer breiten Öffentlichkeit vermitteln.“
Öffentliche Vortragsreihe
Zusammen mit dem Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg e.V. finden im Mai, Juli und September öffentliche Vortragsabende mit Expertengesprächen statt. MVV präsentiert sich als Gastgeber der Auftaktveranstaltung am 23. Mai 2023. Dabei stehen unter dem Themenschwerpunkt „Energie“ insbesondere die Ressourcen der Natur als Schlüssel für nachhaltige und klimafreundliche Energiegewinnung im Vordergrund. Am 20. Juli 2023 öffnet sich in den Reiss-Engelhorn-Museen das Fenster in die Erdgeschichte. Im Fokus stehen dabei geologische Besonderheiten am Oberrhein, die heute die Grundlage für zukunftsfähige Energie-Projekte darstellen. Am 7. September 2023 präsentiert der Industrieverband Steine und Erden unter dem Titel „Innovation“ unter anderem spannende Aspekte über die Zukunft der Rohstoff- und Baustoffindustrie. Der Eintritt ist an allen drei Abenden frei. Anmeldung teilweise erforderlich.
- Di 23.5.2023, 18 Uhr: Energie. Ort: Wasserwerk Käfertal, Wasserwerkstr. 281, 68309 Mannheim. Eintritt frei. Teilnehmerzahl begrenzt. Anmeldung erforderlich unter rem.buchungen@mannheim.de oder Tel 0621 - 293 37 71
- Do 20.7.2023, 18 Uhr: Erdgeschichte. Ort: Reiss-engelhorn-Museen, Museum Weltkulturen D5, Anna-Reiß-Saal, 68159 Mannheim. Eintritt frei. Ohne Anmeldung.
- Do 7.9.2023, 18 Uhr: Innovationen. Ort: Heidelberg Materials, Berliner Str. 6, Kuppelsaal, 69120 Heidelberg. Eintritt frei. Teilnehmerzahl begrenzt. Anmeldung erforderlich unter ostrowski@iste.de


