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Bildergalerie Schamanen Sibiriens

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Tierfigur der Korjaken ("Bär"), 19. Jh.

© rem, Foto: Maria Schumann

Polarbär – Tierfigur der Korjaken   

  • Walrosselfenbein
  • Kamtschatka-Halbinsel
  • 19. Jahrhundert
  • Ankauf 1917, Slg. Gabriel von Max 1904, J.F.G. Umlauff 1890

Die Schnitzkunst hat auf der Kamtschatka-Halbinsel eine lange Tradition und wird dort noch heute praktiziert. Die Tierfiguren vermitteln ein Bild der Fauna Kamtschatkas. Ob es sich um Darstellungen von Lebewesen oder um Bilder ihrer Geister handelt, ist ungewiss.

Hut mit Geweih der Nanai, 19. Jh.

© rem, Foto: Carolin Breckle

Hut mit Geweih der Nanai

  • Textil, Glasperlen, Haut, Farbmittel, Sehne, Knochen
  • Amur-Region
  • 19. Jahrhundert
  • Ankauf 1917, Slg. Gabriel von Max 1904, J.F.G. Umlauff 1890 

Der Hut besteht aus gegerbter Haut und ist mit aufgesetzten Geweihstangen sowie angedeuteten Ohren versehen. Eine umlaufende, bemalte Bordüre gliedert den unteren Rand. Die Kombination aus Tiermaterialien und plastischen Elementen verweist auf die Darstellung von Tierkräften. In schamanischen Praktiken konnte eine derartige Kopfbedeckung Teil der rituellen Ausstattung sein und die Verbindung zur geistigen Welt unterstützen.

© rem, Foto: Michelle Striegel

Anorak der Tschuktschen   

  • Darm, Sehne, Tierhaar, Baumwolle, Haut, Seide, Federn
  • Tschuktschen-Halbinsel
  • 19. Jahrhundert
  • Ankauf 1917, Slg. Gabriel von Max 1904, J.F.G. Umlauff 1890

Der Darmhautparka schützte vor Nässe, Wind und Spritzwasser und wurde vermutlich über wärmender Fellkleidung getragen. Er gehörte damit zu einer Lebenswelt, in der Kleidung jagd- und wettertauglich sein musste. Nach ihrer Berufung mussten sich Schaman:innen durch den richtigen Umgang mit den entsprechenden Geistern um günstige Wetterbedingungen bemühen und den Weg für eine erfolgreiche Jagd ebnen.

© rem, Foto: Michelle Striegel

Geistfigur – Holzfigur der Nanai   

  • Holz, Glas, Leder, Pflanzenfaser
  • Amur-Region
  • 19. Jahrhundert
  • Ankauf 1917, Slg. Gabriel von Max 1904, J.F.G. Umlauff 1890

Die Schaman:innen der Nanai sperrten krankheitsverursachende Geister in die speziell angefertigten Figuren (sewen) ein, um die sich die auf diese Weise geheilte Person ihr Leben lang kümmern musste. Nicht nur Geister, sondern auch die Seelen verstorbener Menschen wurden in Holzfiguren aufbewahrt. Zwischen der Beerdigung des Körpers und der Überführung der Seele in die Unterwelt durch eine:n Schaman:in konnten Jahre liegen. Damit die Seele in der Zwischenzeit nicht verloren ging, wurde für sie ein Behälter in menschlicher Form angefertigt. Dieser wurde von den Angehörigen gepflegt. 

© rem, Foto: Michelle Striegel

Kinderschuhe – Fischlederstiefel der Nanai

  • Fischhaut, bemalt
  • Amur-Region
  • 19. Jahrhundert
  • Ankauf 1917, Slg. Gabriel von Max 1904, J.F.G. Umlauff 1890

Die Stiefel sind aus mehreren Teilen Fischhaut gefertigt und mit farbigen Ornamenten bemalt. Im Vorderfußbereich wurde das Material vor dem Schließen gerafft, um die runde Form zu erzeugen. Es handelt sich vermutlich um ein Paar Kinderschuhe.

© rem, Foto: Michelle Striegel

Messer der Nanai

  • Holz Metall
  • Amur-Region
  • 19. Jahrhundert
  • Ankauf 1917, Slg. Gabriel von Max 1904, J.F.G. Umlauff 1890

Die Ansicht des Messers zeigt den Blick auf den kunstvoll verzierten Griff. Das Werkzeug wurde überwiegen von Frauen für kleinere Schneide- und Ritzarbeiten genutzt, um Felle zuzuschneiden, aber auch um Birkenkörbe und Taschen zu verzieren. 

© rem, Foto: Michelle Striegel

Rahmentrommel der Nanai

  • Holz, Fischhaut, organisches Füllmaterial
  • Amur-Region
  • 19. Jahrhundert
  • Ankauf 1917, Slg. Gabriel von Max 1904, J.F.G. Umlauff 1890

Die Rahmentrommel ist mit Fischhaut bespannt und im Inneren mit losem Füllmaterial versehen, das beim Schlagen zusätzlich rasselnde Klänge erzeugt. Die Kombination aus Trommel- und Rasselfunktion verdichtet den Rhythmus und steigert die akustische Wirkung. Als zentrales Instrument schamanischer Praxis dienen solche Trommeln dazu, Trancezustände zu begleiten und den Kontakt zur Geisterwelt zu strukturieren.

© rem, Foto: Michelle Striegel

Detail: Speer der Nanai

  • Holz, Metall, Leder, Reptilhaut
  • Amur-Region
  • 19. Jahrhundert
  • Ankauf 1917, Slg. Gabriel von Max 1904, J.F.G. Umlauff 1890

Der Speer hat eine breite, flach ausgeformte Metallspitze, die in den Schaft eingesetzt und durch Umwicklung zusätzlich gesichert ist. Der Schaft ist im Griffbereich mit Reptilhaut umwickelt, die eine strukturierte, griffige Oberfläche bietet. Die Konstruktion ist auf eine robuste Nutzung ausgelegt und diente unter anderem der Jagd auf Tiere wie Fischotter.

© rem, Foto: Jean Christen

Kette einer Schamanin, Nanai

  • Holz, Metall, Leder, Textil, Farbmittel
  • Amur-Region
  • 19. Jahrhundert
  • Ankauf 1917, Slg. Gabriel von Max 1904, J.F.G. Umlauff 1890, Slg. Fritz Dörries nach 1874

Die Kette gehörte vermutlich zur „Rüstung“ einer Schamanin. Schaman:innen trugen Repräsentationen ihrer Schutz-, Hilfs- und Ahnengeister, die ihnen bei ihren Reisen in andere Welten zur Seite standen. Bei den beiden menschlichen Figuren handelt es sich wohl um einen Mann und eine Frau. Hilfsgeister waren meistens Tiergeister, konnten aber zugleich Ahnengeister sein, so etwa bei den beiden Tigern an dieser Kette. Der Tiger galt in manchen Familien als Vorfahre. Gleichzeitig symbolisiert er die männliche und weibliche schamanische Kraft. Möglicherweise beherrschte diese Schamanin beide Kräfte. 

© rem, Foto: Jean Christen

Menschliche Figur, Korjaken

  • Walrosselfenbein
  • Kamtschatka
  • 19. Jahrhundert
  • Ankauf 1917, Slg. Gabriel von Max 1904, J.F.G. Umlauff 1890

Die Schnitzkunst hat auf der Kamtschatka-Halbinsel eine lange Tradition und wird dort noch heute praktiziert. Die Darstellungen der Menschen sind abstrahiert. Ob es sich um Darstellungen von Lebewesen oder um Bilder ihrer Geister handelt, ist ungewiss.

© rem, Foto: Michelle Striegel

Mantel der Nanai

  • Fischhaut, Farbpigmente
  • Amur-Region
  • 19. Jahrhundert
  • Ankauf 1917, Slg. Gabriel von Max 1904, J.F.G. Umlauff 1890

Der Mantel zeigt im Brustbereich ein rotes und schwarzes Dekor, das durch einen breiten dunklen Saum gefasst wird. Zahlreiche ältere Reparaturen, bei denen beschädigte Stellen mit Fischhaut ergänzt und erneut vernäht wurden, belegen den langfristigen Gebrauch und den hohen materiellen Wert des Kleidungsstücks. In seiner ausgreifenden Form und betonten Vorderseite prägt er die äußere Erscheinung des Trägers. Möglicherweise wurde er im rituellen Kontext gezielt zur Inszenierung eingesetzt.

© rem, Foto: Michelle Striegel

Tasche der Nanai

  • Fischhaut, Farbpigmente
  • Amur-Region
  • 19. Jahrhundert
  • Ankauf 1917, Slg. Gabriel von Max 1904, J.F.G. Umlauff 1890

Die Tasche ist aus dünnen, geglätteten Fischhautbahnen, die flächig zugeschnitten und entlang der Kanten vernäht sind. Die glatte Oberfläche der Außenseite dient als Träger für eine Bemalung mit linearen Ornamenten. Die Klappe ist separate angesetzt und überlappt den Korpus. Seitlich angebrachte Lederstreifen ergänzen die Gestaltung. 

© rem, Foto: Jean Christen

Löffel (Opferlöffel) der Korjaken

  • Walrosselfenbein
  • Kamtschatka
  • 19. Jahrhundert
  • Ankauf 1917, Slg. Gabriel von Max 1904, J.F.G. Umlauff 1890

Der gedrungene Löffel besitzt eine große, ovale Laffe und einen figürlich gestalteten Griff. Dieser ist als menschliche Gestalt gearbeitet, die ein Tier – wohl Robbe oder Seehund – trägt. Die Kombination aus Nutzform und plastischer Darstellung verweist auf eine über den Gebrauch hinausgehende, möglicherweise rituelle Funktion. 

© rem, Foto: Michelle Striegel

Tabakpfeife der Nanai

  • Holz, Metall, Pflanzenfaser
  • Amur-Region
  • 19. Jahrhundert
  • Ankauf 1917, Slg. Gabriel von Max 1904, J.F.G. Umlauff 1890

Tabakrauch wurde neben anderen Substanzen mitunter verwendet, um Trancezustände zu erzeugen oder zu verstärken. Gleichzeitig war das Rauchen ein alltäglicher Brauch, der von Mitgliedern der Gemeinschaften zu geselligen Anlässen betrieben wurde. 

© rem, Foto: Michelle Striegel

Kinderwiege der Nanai

  • Holz, Rinde, Fischhaut, Leder, Metall, Tierzähne, Glas, Knochen
  • Amur-Region
  • 19. Jahrhundert
  • Ankauf 1917, Slg. Gabriel von Max 1904, J.F.G. Umlauff 1890, Slg. Fritz Dörries nach 1874

Die mit zahlreichen Applikationen und Amuletten zum Schutz des Kindes sowohl am Eisenbogen als auch am unteren Teil versehene Wiege wird an einem langen Riemen unter der Decke aufgehängt und in schaukelnde Bewegungen versetzt. Das Kind liegt dann in einem Stück Birkenrinde mit Klappen aus Fischhaut, welche durch dünne Lederriemen in der Wiege befestigt sind.

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