Polizeifotografie

Vor und hinter der Absperrung

Vorschau

Herbst 2026

Über die Ausstellung

Was geschieht vor der Absperrung – und was dahinter? Welche Bilder entstehen dort, wo Öffentlichkeit endet und Einsatz beginnt? Diesen Fragen widmen sich die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim in Kooperation mit dem Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen Baden-Württemberg in der Sonderausstellung „POLIZEIFOTOGRAFIE – Vor und hinter der Absperrung“. Gezeigt werden rund 120 überwiegend unveröffentlichte Fotografien aus den Archiven der baden-württembergischen Landespolizei, die die Vielschichtigkeit des polizeilichen Alltags aus unterschiedlichen Perspektiven sichtbar machen.

Als zentrales visuelles Medium erfüllt die Polizeifotografie vielfältige Funktionen: Sie dient der Beweissicherung, der Dokumentation von Tatorten und Einsätzen, der internen Nachbereitung sowie der öffentlichen Kommunikation, insbesondere in sozialen Medien. Die Aufnahmen reichen von Verbrechensschauplätzen und Spurensicherungen über Unfallstellen und Fahrzeugkontrollen hin zu Hilfeleistungen in ungewöhnlichen Situationen. Ursächlich entstanden ohne jeglichen künstlerischen Anspruch, entfalten diese Fotografien eine eindringliche Bildsprache und visuelle Kraft. Gleichzeitig prägen sie die öffentliche Wahrnehmung der Polizei und ihrer Handlungsfelder.

Menschen hinter der Uniform

Von der dokumentarischen Ebene ausgehend erweitert die Ausstellung ihren Blick und rückt die Menschen hinter der Uniform in den Mittelpunkt, wodurch oft unbeachtete, persönliche Momente sichtbar werden. Die Fotografien zeigen die emotionale Bandbreite polizeilicher Arbeit zwischen Anspannung und Erschöpfung, Nähe und Distanz, Ordnung und Ausnahmezustand – emotionale Zustände zwischen denen oft nur wenige Minuten oder eine Einsatzlage liegen. Mit der Ausstellung sollen aber auch die Komplexität und die Gefahren heutiger Polizeiarbeit aufgezeigt werden, mitunter Gewalt gegen Einsatzkräfte. Die Aufnahmen wurden in vielen Fällen von Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten selbst aufgenommen und gelangen in ihrer Authentizität und Unmittelbarkeit erstmals an die Öffentlichkeit.

Facetten polizeilicher Arbeit abseits spektakulärer Einsätze und medialer Aufmerksamkeit

Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf den Facetten polizeilicher Arbeit, die abseits spektakulärer Einsätze und medialer Aufmerksamkeit stattfinden. Gezeigt werden die zahlreichen, meist unvorhersehbaren, manchmal skurrilen und vor allem zwischenmenschlichen Momente, die das Leben selbst schreibt – oft positiv, teils berührend und in ihrer Absurdität mitunter zum Schmunzeln. So wird das Festivalgelände zum Ort der Begegnung auf Augenhöhe, ein Polizist zum Geleitschutz für eine Entenfamilie auf der Autobahn und selbst der Streifenwagen vor dem EM-Stadion wird zum provisorischen Public-Viewing auf dem Laptop. Diese scheinbar beiläufigen Szenen eröffnen subtile Einblicke in den Polizeiberuf und ermöglichen ein differenziertes Verständnis, das dazu einlädt, Polizei nicht nur als staatliche Autorität, sondern als Teil der Bürgerschaft wahrzunehmen und einen gemeinsamen gesellschaftlichen Dialog anzustoßen.

Polizeifotografie im Museum

Dass die Polizeifotografie bislang nur relativ geringe museale Aufmerksamkeit erfahren hat, überrascht angesichts ihrer langen Geschichte. Bereits in den frühen 1840er-Jahren – und somit nur wenige Jahre nach der offiziellen Entdeckung der Fotografie 1839 – wurden Strafgefangene vor ihrer Entlassung porträtiert und erkennungsdienstlich erfasst. Etwas später folgten erste Steckbriefe mit Fotografien zur Öffentlichkeitsfahndung. Spätestens ab den 1890er-Jahren etablierte sich die Tatortfotografie als eigenständiges Spezialgebiet. Einen Einblick in die historische Polizeifotografie bot 2007 die Ausstellung „Spurensuche. Polizeifotografie Mannheim 1946–1971“, präsentiert von ZEPHYR – Raum für Fotografie der Reiss-Engelhorn-Museen in Zusammenarbeit mit dem Polizeipräsidium Mannheim. Gezeigt wurden Fotografien aus dem Archiv des Präsidiums, die zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs und den frühen 1970er Jahren entstanden sind. Die neue Ausstellung knüpft daran an und richtet den Blick konsequent in die Gegenwart. Der Schwerpunkt liegt auf Fotografien seit den 2010er Jahren und eröffnet Einblicke in die aktuellen Bildarchive der Polizei Baden-Württembergs. 

„POLIZEIFOTOGRAFIE – Vor und hinter der Absperrung“ wird vom 8. November 2026 bis 27. Juni 2027 erstmalig bei ZEPHYR – Raum für Fotografie der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim präsentiert. Begleitend erscheint ein reich bebilderter Katalog im Nünnerich-Asmus Verlag.

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Öffnungszeiten

8.11.2026 – 27.6.2027

Di – So 10 – 17 Uhr, auch an ausgewählten baden-württembergischen Feiertagen 
montags, 24./25./31.12.2026 sowie am 1./6./17./27.5.2027 geschlossen

Kontakt

Reiss-Engelhorn-Museen
rem-Stiftungsmuseen C4,12
68159 Mannheim

Infobüro & Führungsbuchungen:
Tel 0621 - 293 37 71

rem.buchungen@​mannheim.de

Unser Team im Infobüro ist dienstags bis donnerstags, 
jeweils 9 – 12 Uhr und 13 – 15.30 Uhr sowie 
freitags 9 – 12 Uhr  erreichbar.

Erwachsene 9 €
Begünstigte 7 €
5 €
Azubis, Studierende, FSJler 7 €
Mitglieder Mannheimer Altertumsverein 7 €
Mitglieder rem-Fördererkreis freier Eintritt
7 €
18 €
16 €
Schulklassen, Kita-Gruppen (pro Person) 4,50 €

Hinweis

  • Damit der Ausstellungsbesuch für alle ein Erlebnis wird, können Gruppen ab 10 Personen die Ausstellungen nur nach vorheriger Buchung besuchen. Wir bitten um Verständnis, dass unangemeldete Gruppen ggf. nicht in die Ausstellung können. Unser Infoteam hilft Ihnen gerne bei der Planung: Tel. 0621 - 293 37 71 oder Mail rem.buchungen@​mannheim.de.

 

 

Lage im Museumsviertel

ZEPHYR befindet sich in den rem-Stiftungsmuseen C4,12.  Der Eingang befindet sich in C4,12 (Toulonplatz).

Adresse: rem-Stiftungsmuseen C4,12, 68159 Mannheim

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