Die Sammlungen

Kulturelles Erbe von den Anfängen der Menschheitsgeschichte bis zu zeitgenössischer Fotografie.

Die Wurzeln der Sammlungsbestände der Reiss-Engelhorn-Museen liegen im 18. Jahrhundert – in der Zeit der Kurfürsten Carl Philipp und Carl Theodor. Bereits 1757 ließ der Kurfürst das „Kabinett natürlicher Seltenheiten" einrichten. 1763 gründete er im Geiste der Aufklärung handelnd die Mannheimer Akademie der Wissenschaften, die sich den Schwerpunkten Geschichte und Naturwissenschaft widmete. Carl Theodor trat 1778 die Erbfolge in München an. Sammlungsbereiche, die der Kurfürst nicht in seine neue bayerische Residenz mitnahm, befinden sich heute in den Reiss-Engelhorn-Museen. Sie legen den Grundstein für die Gemäldegalerie, das Zeichnungs- und Kupferstichkabinett, das Naturalienkabinett, die Münzen- und Medaillensammlung, die Antikensammlung, das physikalische Kabinett und die Schatzkammer.

Im 19. Jahrhundert sorgte das bürgerschaftliche Engagement der Mannheimer Bürgerinnen und Bürger für die Erweiterung der Sammlungen. Verschiedene Ankäufe, Schenkungen und Stiftungen erweiterten kontinuierlich die völkerkundlichen und naturkundlichen Bestände. Dies gilt auch für die archäologischen Bestände, die auch durch eigene Grabungstätigkeit seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vermehrt wurden. In dieser Zeit spielt der Mannheimer Altertumsverein von 1859 eine wichtige Rolle, später die Archäologische Denkmalpflege.

Für die drei Sammlungsbereiche Kulturen der Welt, Archäologie und Naturkunde war der Kauf der bedeutenden Sammlung Gabriel von Max von großer Bedeutung. Die wissenschaftliche Sammlung des Münchner Sammlers umfasste völker- und naturkundliche sowie archäologische Objekte von überregionaler Bedeutung. Die Stadt Mannheim erwarb sie im Jahr 1917. Mit der Eröffnung des Mannheimer Schlossmuseums 1926 wurden schließlich alle kurfürstlichen, dann großherzoglichen und schließlich badischen Sammlungen der Stadt Mannheim überlassen.

2001 ermöglichte die Curt-Engelhorn-Stiftung die Gründung des Forums Interationale Photographie, das mit seinem Sammlungsbestand die Zeit von den Anfängen der Fotografiegeschichte bis zur Gegenwart umfasst. Er hesteht aus der historischen Reisefotografie-Sammlung der Geschwister Reiß, aus dem Robert-Häusser-Archiv mit dem gesamten fotografischen und bibliografischen Nachlass des Künstlers sowie dem zeitgenössischen Teil der Helmut-Gernsheim-Fotosammlung.

Mit großem Erfolg etablierten die Reiss-Engelhorn-Museen 2014 mit der Gründung einer eigenen Abteilung für altägyptische Kunst und Kulturgeschichte in Mannheim einen neuen Standort für das Thema Altägypten in der deutschen Museumslandschaft.

Die Reiss-Engelhorn-Museen bewahren heute mit über 1,2 Millionen Objekten einen beeindruckenden Bestand an kulturellem Erbe. Einen Teil davon wird in Sammlungspräsentationen der Ausstellungshäuser gezeigt. Mit einer aufwändigen Gestaltung lädt das Museum Weltkulturen zu einer Reise von den Anfängen der Menschheit in der Steinzeit über Kelten, Römer bis ins frühe Mittelalter und zu einer Entdeckung der Jahrtausende alten Kulturschätze aus dem Alten Ägypten ein. Das Museum Zeughaus als traditionsreiches Ausstellungsgebäude mit moderner Technik bietet den Sammlungen Kunst- und Kulturgeschichte, Theater- und Literaturgeschichte, Frankenthaler Porzellan, Fotografie sowie Antike eine Heimat. Im Museum Bassermannhaus werden Ausstellungen zur Musik und Musikgeschichte präsentiert. Ein Großteil der Kulturschätze wird in den Museumsdepots verwahrt.