
Italiensehnsucht – Schätze aus der Grafiksammlung
Passend zur Ferienzeit nehmen wir Sie mit nach Italien, das bereits im 18. und 19. Jahrhundert zahlreiche Künstler anzog. Freuen Sie sich auf ausgewählte Schätze aus unserer Grafiksammlung – von der „Ewigen Stadt“ Rom über antike Tempel bis zur malerischen Meeresbucht.

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Dank eines Stipendiums von Kurfürst Carl Theodor hielt sich Franz Kobell von 1779 bis 1784 in Italien und vor allem in Rom auf. Auch nach seiner Rückkehr zehrte er von seinem Italienaufenthalt, indem er die dort gewonnenen landschaftlichen und künstlerischen Eindrücke in immer neuen Zeichnungen variierte.
Unsere Grafiksammlung umfasst rund 16.000 Blätter. Darunter befinden sich Zeichnungen und Druckgrafiken von bedeutenden Künstlern des 18. und 19. Jahrhunderts. Im Depot werden unter anderem alte Ansichten und Pläne der Quadratestadt Mannheim sowie ein großes Konvolut mit Karikaturen zur Revolution von 1848 aufbewahrt. Auch die Italiensehnsucht vergangener Jahrhunderte wird hier lebendig. Darunter sind Werke von Maximilian von Verschaffelt, Theodor Leopold Weller und der Künstlerfamilie Kobell.

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Wilhelm von Kobell ließ sich an der Mannheimer Zeichnungsakademie ausbilden. Obwohl er ein Stipendium von Kurfürst Carl Theodor für eine Reise nach Italien nicht wahrnahm, schuf er 1818 auf Anregung seines Onkels Franz Kobell verschiedene reizvolle „Ansichten Roms und seiner Umgebung“. Seine Radierungen nach bedeutenden Gemälden besitzen einen eigenständigen Charakter und gelten noch heute als begehrte Sammlerobjekte.
Italien wird zum beliebten Reiseziel
Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelte sich Italien zum bevorzugten Ziel von Bildungsreisenden und Künstlern aus ganz Europa. Anziehungspunkte waren die in großer Zahl vorhandenen berühmten Sehenswürdigkeiten, die Schönheiten der Landschaft und das vermeintlich idyllische Leben seiner Bewohnerinnen und Bewohner.
Im 18. Jahrhundert schufen die Künstler noch vielfach ideale Landschaften oder kombinierten idyllische Motive mit realitätsnahen Eindrücken. Diese Werke waren bei Reisenden als Souvenir besonders beliebt. Mit Beginn des 19. Jahrhunderts zeichnete sich ein Wandel in Richtung zunehmend naturgetreuer Darstellung ab. Bevorzugte Motive waren vor allem die Überreste des antiken Roms, die Landschaften der Campagna in der Umgebung der „Ewigen Stadt“ sowie Genreszenen aus dem römischen Volksleben.

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Der Sohn des Bildhauers Peter Anton von Verschaffelt hielt sich von 1782 bis 1794 in Rom auf und gehörte zum Freundeskreis des Dichters Goethe. Seine Ansichten von antiken Gebäuden und Ruinen waren vor allem bei deutschen Rombesuchern als Andenken beliebt.

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Theodor Weller war Schüler der Mannheimer Zeichnungsakademie. Während seines Italienaufenthalts von 1825 bis 1830 konzentrierte er sich sowohl auf italienische Stadt- und Landschaftsaufnahmen als auch auf detaillierte Figurenstudien.
Maler lassen sich in Rom nieder
Das Zentrum der deutschen Künstler in Rom war das Viertel zwischen der Piazza del Popolo, der Spanischen Treppe und der Piazza Barberini sowie das Caffè Greco als Treffpunkt in der Via Condotti.
Von den fast 1200 deutschen Malern, Bildhauern und zeichnenden Architekten, die sich zwischen 1800 und 1830 in Rom niederließen, versprachen sich die meisten ein besseres Einkommen als zu Hause. Sie hofften, dass sie ihre Werke an Touristen und Italien liebende Kunstfreunde verkaufen könnten. Die schwungvolle Verbreitung durch die Druckgrafik trug hierzu positiv bei. Außerdem verkauften sich Zeichnungen und Druckgrafiken besser als teurere Ölbilder.
Zum Pflichtprogramm jedes Landschaftskünstlers gehörten Tivoli mit der Villa d’Este sowie die Albaner und Sabiner Berge. Mit der Zeit dehnte sich das motivische Interesse allerdings auch immer mehr auf andere Städte aus, wobei vor allem Venedig als Königin der Adria und die Gegend um Neapel hervorzuheben sind.

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