In den Depots der archäologischen Sammlungen der Reiss-Engelhorn-Museen lagert eine Fülle von Objekten, die durch Ausgrabungen vor der Zerstörung gerettet wurden. Zahlreiche mit Gips ummantelte Erdblöcke stammen noch aus dem großen Gräberfeld auf dem Hermsheimer Bösfeld, das vor über 20 Jahren beim Bau der SAP-Arena ausgegraben wurde. Darin verbergen sich eiserne Waffen und Riemengarnituren, aber auch Schmuck aus Glas, Bunt- und Edelmetall.
Wer glaubt, dass Numismatik (Münzkunde) eine staubige Wissenschaft für vollgestopfte Vitrinen und Kataloge ist, der irrt gewaltig. Denn manchmal liegt das Geld tatsächlich auf der Straße – oder eben auf dem Acker. In einer Welt, in der historische Münzen nicht nur Zahlungsmittel vergangener Zeiten, sondern archäologische Schlüssel zur Rekonstruktion kultureller Zusammenhänge sind, entfaltet sich ein faszinierendes Forschungsfeld: die Fundnumismatik.
Bei Grabungen in Mannheim trifft unser Archäologen-Team immer wieder auf Bauschutt und fördert darin interessante Objekte zutage. So konnten bei Arbeiten im Luisenpark und im alten Eisstadion im Friedrichspark Funde geborgen werden, die mehr über die jüngste Stadtgeschichte verraten.
Am 5. Dezember ist Internationaler Tag des Ehrenamts. Diese Gelegenheit wollen wir nutzen, um den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern zu danken, die unser Archäologen-Team tatkräftig unterstützen. Sie sind in ganz unterschiedlichen Bereichen im Einsatz und ohne sie wären viele Projekte so nicht zu meistern gewesen. Wir werfen einen Blick in unser Foto-Album.
Archäologische Funde liefern faszinierende Einblicke in vergangene Zeiten. Ein gutes Beispiel sind zwei Bügelfibeln, die bei Grabungen in Mannheim-Straßenheim gefunden wurden und jetzt neu in unseren Sammlungen sind. Sie sind nicht nur ein Zeugnis beeindruckender Handwerkskunst, sondern belegen, wie im Frühmittelalter verschiedene Gruppen die Kultur und den Alltag in der Rhein-Neckar-Region geprägt haben.
Bei Grabungen unter der Mannheimer Spitalkirche wurden zahlreiche Funde aus der Kurfürstenzeit entdeckt. Dabei kamen in einer Latrine auch viele verschiedene Glasscherben zum Vorschein. Daraus konnten unter anderem zwei Humpen rekonstruiert werden. Erfahren Sie – passend zum Internationalen Jahr des Glases 2022 – mehr über die Glasherstellung der damaligen Zeit.
Archäologische Grabungen zeigen, dass sich Schmuck mit Almandinen im frühen Mittelalter in der Rhein-Neckar-Region großer Beliebtheit erfreute. Die roten Halbedelsteine kamen den weiten Weg aus Indien. Ein gutes Beispiel dafür, wie weit die Handelsbeziehungen schon damals reichten.
Die archäologische Denkmalpflege an den Reiss-Engelhorn-Museen arbeitet zum Teil über Jahrzehnte immer wieder an denselben Fundorten in und um Mannheim, um so Schicht für Schicht mehr Wissen über vergangene Epochen zusammenzutragen. So ergeben sich insbesondere in Seckenheim und Heddesheim für die Zeit des Mittelalters immer wieder neue spannende Einblicke.
Mit den römischen Hilfstruppen kamen im 1. Jahrhundert Soldaten aus fernen Gebieten in unsere Region – so wie Sibbaeus, ein junger Mann von der syrischen Grenze. Sein Grabstein und weitere Römersteine erzählen spannende Geschichten.
Im 6. und 7. Jahrhundert waren Perlen aus Glas ein beliebter Schmuck. Sie wurden in den unterschiedlichsten Formen sowie Farben hergestellt und unterlagen dem jeweiligen Modegeschmack. Auch Importe aus fernen Gegenden kamen bei archäologischen Grabungen in der Rhein-Neckar-Region zum Vorschein.